Wirtschaft



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30.01.2006
 

Neue Verhandlungen

Unerwartete Bewegung im AEG-Streit

In den Streit um die geplante Schließung des AEG-Werkes in Nürnberg ist überraschend Bewegung gekommen. Nach fast zwei Wochen Arbeitskampf trafen sich Elektrolux und IG Metall zum Spitzengespräch. Das Ergebnis: Beide Seiten wollen an den Verhandlungstisch zurückkehren.

München - Der Chef des schwedischen AEG-Mutterkonzerns Electrolux, Hans Straberg, und der bayerische IG-Metall-Vorsitzende Werner Neugebauer verständigten sich gestern Abend in München darauf, dass Vertreter beider Seiten die vor zweieinhalb Wochen abgebrochenen Verhandlungen über die Zukunft der von Entlassung bedrohten 1750 Beschäftigten wieder aufnehmen. Ein Gewerkschaftssprecher sagte, Elektrolux habe angekündigt, ein "bezifferbares Angebot" vorzulegen.

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Neugebauer kündigte an, die neue Gesprächsrunde sofort wieder zu beenden, sollte Electrolux dabei nicht innerhalb von fünf Minuten ein Angebot vorlegen. Die IG Metall wertete es als Erfolg der Streikenden, dass sich Straberg "erstmals in der Geschichte in einen regionalen Konflikt eingeschaltet" habe, um ihn zu klären.

Der allerdings zerstreute sogleich eventuelle Hoffungen, der schwedische Hausgerätehersteller könne von der Schließung des Nürnberger AEG-Werkes wieder abrücken. Bei den Verhandlungen mit der IG Metall gehe es lediglich "um die Bedingungen für die Verlagerung der Produktion von Wasch- und Spülmaschinen von Nürnberg nach Polen", sagte Straberg. Electrolux-Sprecher Anders Edholm zeigte sich froh und erleichtert, dass nun auch die IG Metall den Schritt zu konkreten Verhandlungen mitgehen will. Einen Termin wollen die Beteiligten noch für diese Woche festlegen.

Electrolux hatte im Dezember beschlossen, das Nürnberger Werk bis Ende 2007 zu schließen und die Wasch- und Spülmaschinenproduktion nach Polen und Italien zu verlegen. Nach dem Scheitern von Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag streiken die Beschäftigten seit dem 20. Januar. Vergangene Woche stimmten auch die Beschäftigten der Electrolux Logistics GmbH in Nürnberg, Rothenburg und Dormagen für einen Arbeitskampf. Sie fordern eine Rückkehr in den Tarif der Metall- und Elektroindustrie.

Straberg forderte bei dem Spitzengespräch laut IG Metall, den Streik einzustellen, da er großen Schaden verursache. Er habe insbesondere verlangt, den Arbeitskampf bei der Electrolux Logistics GmbH in Dormagen auszusetzen, der heute beginnen soll. Die Gewerkschaft forderte im Gegenzug eine schriftliche Zusage, mit den ausgegliederten Gesellschaften in den Tarifbereich der IG Metall zurückzukehren. Dazu habe sich das Unternehmen zunächst nicht geäußert, sagte der Gewerkschaftssprecher. Daher werde ab heute planmäßig gestreikt. Auch der Arbeitskampf in Nürnberg werde fortgesetzt. Im Nürnberger AEG-Werk soll der Streik noch bis zu einem Verhandlungsergebnis fortgesetzt werden.

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