Los Angeles - Die Apotheken verschiedener Wal-Mart-Filialen hätten sich geweigert, ihnen auf ein entsprechendes Rezept hin das Medikament Plan B - die so genannte Pille danach - auszuhändigen, so die drei Klägerinnen. Der Klageschrift zufolge hat Wal-Mart mit Hinweis auf die niedrigen Verkaufszahlen erklärt, es sei die Politik des Unternehmens, das Notfall-Verhütungsmittel in seinen Apotheken nicht anzubieten.
Ein Wal-Mart-Sprecher erklärte dazu der Nachrichtenagentur Reuters, die Supermarkt-Kette führe eine ganze Reihe von Produkten nicht. Ein Grund dafür sei die mangelnde Nachfrage. Wenn ein Kunde bei Wal-Mart nach einem solchen Produkt verlange, werde er an ein anderes Geschäft verwiesen, das es führt.
Wal-Mart ist nicht das einzige Unternehmen, bei dem das Verhütungsmittel zu Problemen führt. Erst letzte Woche klagten vier Apotheker in Illinois die Drugstore-Kette Walgreen Co. an, weil sie ihrer Meinung nach zu Unrecht entlassen worden waren. Sie hatten sich geweigert, Plan B zu verkaufen.
Der Anwalt der Kläger gegen Wal-Mart erklärte jetzt, die Pille danach gehöre zu den essentiellen Medikamenten, um die gesundheitlichen Bedürfnisse in Massachusetts zu befriedigen. Das Gesetz des Bundesstaats schreibe Apotheken seit langem vor, "gemeinhin verschriebene Medikamente in Übereinkunft mit den generellen Bedürfnissen der Gesellschaft" vorrätig zu haben. Im Dezember habe der Bundesstaat außerdem ein Gesetz verabschiedet, dass Apotheken verpflichte, die Pillen zu führen. Davon will Wal-Mart allerdings nichts wissen. Man werde eine solche Vorschrift natürlich einhalten, erklärte der Sprecher, "aber bisher wissen wir nichts von einer solchen Forderung."
ase/reuters
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