Wirtschaft



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03.02.2006
 

Western Union

Aus für das gute, alte Telegramm

Früher war mal Telegramm, heute sind E-Mail, Mobilfunk und Instant Messaging. Das hat auch Western Union einsehen müssen. Nach mehr als 150 Jahren stellte die einst auf dem Telegrafenmarkt führende US-Firma ihren Telegrammdienst ein.

Chicago - Der Stopp des Telegrammangebots sei Western Union schwer gefallen, sagte ein Sprecher des 1851 gegründeten Unternehmens, weil dieser Dienst "Teil des Firmenvermächtnisses" sei. Dieses Vermächtnis, erklärte der Sprecher, sei nun den neuen Kommunikationswegen zum Opfer gefallen. "Das Internet hat dem Geschäft arg zugesetzt."

Western Union gründete bereits zehn Jahre nach der Firmengründung die erste transkontinentale Telgrafenverbindung in Nordamerika und brachte auch der Aktienwirtschaft bahnbrechende Neuerungen: Der erste Börsenticker wurde 1866 von Western Union eingeführt.

Ende der zwanziger Jahre erlebte das Unternehmen einen Boom: Tag für Tag wurden mehr als eine halbe Million Telegramme in alle Welt verschickt. 2005 waren es nur noch gerade mal 55 Kunden pro Tag, die ein Telegramm aufsetzten.

Das Aus für Western Union bedeutet die Einstellung des Telegrammdienstes gleichwohl nicht: Das Unternehmen macht seinen Hauptumsatz mittlerweile mit Geldtransfer-Dienstleistungen rund um den Erdball. Der US-Mutterkonzern First Data, heißt es, wolle aus dem einstigen Kommunikationsunternehmen einen Finanzdienstleister machen.

kaz/rtr

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