München - "Es gibt Missbrauch von geistigem Eigentum", sagte Stoiber heute in München vor Journalisten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und er seien sich einig, erklärte er, dass darüber intensiv geredet werden müsse. Das Thema müsse von der G-8-Gruppe geklärt werden, sagte der CSU-Chef . Die führenden Industriestaaten und Russland sollen bei ihrem nächsten Treffen über den möglichen Technologie-Diebstahl beim Bau eines chinesischen Transrapids sprechen.
W irtschaftsminister Michael Glos (CSU) erklärte, die Bundesregierung prüfe derzeit, ob die geplante chinesische Magnetschwebebahn von der deutschen abgekupfert sei.
Stoiber bekräftigte anlässlich der Konkurrenz aus China seine Forderung, den Bau der geplanten Transrapidanbindung des Münchner Hauptbahnhofs an den Münchner Flughafen zu beschleunigen. Dafür gebe es nun neue Schubkraft. Außerdem halte er eine zweite Strecke in Nord- oder Westdeutschland oder nach Holland für sinnnvoll. Wenn der Transrapid endlich in Deutschland fahre, gebe es Exportchancen im Nahen Osten und Amerika.
Die Volksrepublik China hatte vergangene Woche angekündigt, ein Konkurrenzmodell zur deutschen Magnetschwebebahn zu entwickeln. Stoiber hatte daraufhin gesagt: "Was da in China läuft, riecht schon nach Technologieklau." Es wäre "geradezu ein Witz, wenn im Hightech-Land Deutschland die Erfindungen gemacht werden und in Fernost die Kohle".
Die Ankündigung der China Aviation Industry Corporation (CAC), ein Konkurrenzmodell zum deutschen Transrapid zu bauen, ist nicht zuletzt deshalb pikant, weil es in Shanghai die bisher einzige kommerziell genutzte Verbindung weltweit mit dem in Deutschland entwickelten Verkehrssystem gibt. Deutsche Experten schätzen, dass das chinesische Modell schon 2011 marktreif sein könnte. China weist Verdächtigungen zurück, beim Transrapid kopiert zu haben. Das chinesische Modell sei eine komplett eigene Entwicklung, heißt es.
kaz/AP/AFP/dpa/rtr
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