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22.02.2006
 

Transrapid

China macht Weg für 160-Kilometer-Trasse frei

China hat eine Erweiterung der Transrapid-Strecke abgesegnet. Die Behörden genehmigten grundsätzlich den Bau einer 160-Kilometer-Trasse von Shanghai nach Hangzhou. Im Gegenzug will das Betreiber-Konsortium die Volksrepublik stärker in das Projekt einbinden.

Peking/Hamburg - Der chinesische Staatsrat habe den Projektantrag für die Verlängerung der bisherigen Strecke in Shanghai genehmigt, sagte ein Sprecher des Transrapid-Konsortiums gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Das ist noch keine endgültige Bauentscheidung. Wir sind aber auf einem sehr guten Weg", erklärte er. Im nächsten Schritt werde unter anderem über die technischen Details und die Kosten verhandelt. An dem Transrapid-Konsortium sind die Dax-Konzerne Siemens Chart zeigen und ThyssenKrupp Chart zeigen beteiligt.

Transrapid in Shanghai: "Auf sehr gutem Weg"
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DPA

Transrapid in Shanghai: "Auf sehr gutem Weg"

Die bislang einzige Transrapid-Verbindung ist eine 30 Kilometer lange Trasse zwischen dem Flughafen Pudong International und der Long Yang Road Station in Shanghai. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 430 Kilometern in der Stunde erreicht der Zug sein Ziel in acht Minuten. Seit der Fertigstellung vor drei Jahren sind mit der Magnetschwebebahn rund sechs Millionen Menschen gefahren. Das Projekt kostete rund 1,2 Milliarden Euro.

Bereits damals war die Verlängerung in die über 160 Kilometer entfernte Nachbarstadt Hangzhou in Aussicht gestellt worden, die Gespräche zogen sich aber über Jahre in die Länge. Noch im Oktober hatte der damalige Verkehrsminister Manfred Stolpe von einem Vertragsabschluss in greifbarer Nähe gesprochen.

Mehr Aufträge für Chinesen

Gleichzeitig bestätigte der Transrapid-Sprecher, dass chinesische Unternehmen bei dem neuen Projekt mehr Zulieferanteile bekommen sollen. Bislang übernehmen einheimische Hersteller nur den Bau des Fahrwegs. "Jetzt sollen sie auch am Betriebssystem beteiligt werden", sagte der Sprecher. Um welche Teile es konkret geht, werde jetzt verhandelt. Im Gespräch sei aber ein Anteil von bis zu 70 Prozent.

Der damit verbundene Technologie-Transfer gilt als heikel. Zuletzt hatte die Ankündigung Chinas, eine eigene Magnetschwebebahn bauen zu wollen, die Debatte um einen möglichen Know-how-Klau durch die Volksrepublik angeheizt. CSU-Chef Edmund Stoiber hatte China Anfang der Woche den Klau von geistigem Eigentum vorgeworfen und angekündigt, die chinesische Entwicklung eines eigenen Transrapid zum Thema auf dem nächsten G8-Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg zu machen.

Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer hat dagegen keine Erkenntnisse, dass die Chinesen die deutsche Transrapid-Technologie widerrechtlich kopiert haben. Dem Bayerischen Rundfunk (BR) sagte der Ex-Manager heute, die Grundprinzipien einer Magnetschwebebahn seien allgemein bekannt und könnten von jedem weiterentwickelt werden. "Wir wissen, dass die Chinesen seit zwei bis drei Jahren eine eigene Magnetschwebebahn entwickeln. Es gibt keine Hinweise, dass sie deutsche Technologien abgekupfert haben."

suc/dpa/Reuters

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