Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
27.02.2006
 

Wertberichtigung

Vodafone schreibt bis zu 41 Milliarden Euro ab

Ein schwarzer Tag für Vodafone: Weil das Deutschlandgeschäft einfach nicht in Fahrt kommt, muss der weltgrößte Mobilfunkkonzern rund ein Drittel des Werts seiner Unternehmenstöchter abschreiben. Auch die Umsatzprognose für dieses Jahr wurde kräftig gesenkt.

Frankfurt am Main - Der Konzern rechne nun für das Ende März 2007 auslaufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus zwischen fünf und 6,5 Prozent, teilte das Unternehmen heute mit. Bislang hatte Vodafone einen Anstieg von sechs bis neun Prozent in Aussicht gestellt. Schuld an der Verschlechterung der Prognose sei der zunehmende Wettbewerb und der Preisdruck durch Regulierungsbehörden.

Vodafone-Handys: Großteil der Abschreibungen fällt auf Deutschland
Zur Großansicht
DDP

Vodafone-Handys: Großteil der Abschreibungen fällt auf Deutschland

Der Wert der Beteiligungen in Deutschland, Italien und Japan müsse zudem um 23 Milliarden bis 28 Milliarden Pfund (rund 41 Milliarden Euro) gesenkt werden, hieß es weiter. Der Großteil der angekündigten Abschreibung gehe auf die Tochter Vodafone Germany zurück - im Einzelnen wollte das Unternehmen die Summen jedoch nicht beziffern.

Zum 30. September waren alle Vodafone-Töchter in der Bilanz mit einem Wert von 81,5 Milliarden Pfund angesetzt. Damit müssen bis zu 34 Prozent des bisher angesetzten Wertes abgeschrieben werden. Die Tochter in Deutschland war mit 35,5 Milliarden Pfund (rund 52 Milliarden Euro) die am höchsten bewertete Beteiligung. Den Wert der italienischen Tochter bezifferte Vodafone bisher auf 19,7 Milliarden Pfund.

Langfristiges Wachstum in Höhe des BIP

Vodafone hatte den deutschen Mobilfunkanbieter D2 im Frühjahr nach einer monatelangen Übernahmeschlacht für rund 200 Milliarden Euro von Mannesmann erworben. Die im Zusammenhang mit der Übernahme gezahlten Prämien an ehemalige Mannesmann-Vorstände brachten unter anderem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor Gericht.

Langfristig erwarte Vodafone in Deutschland nur noch ein Wachstum des operativen Ergebnisses (Ebitda), das höchsten in der Höhe des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) liege, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2004/2005 hatte Vodafone das Ebitda noch um acht Prozent gesteigert, in der ersten Hälfte des noch bis Ende März laufenden aktuellen Geschäftsjahres dagegen nur noch um ein Prozent. "Wir sehen, dass sich der Preiswettbewerb weiter verschärft, unter anderem durch neue Billiganbieter", so der Firmen-Sprecher. Vodafone ist in Deutschland nach der Deutschen Telekom der zweitgrößte Mobilfunkanbieter.

Eine genaue Prognose für sein Deutschlandgeschäft wollte Vodafone nicht geben. Die Bundesregierung geht für 2006 von 1,4 bis zwei Prozent realem Wirtschaftswachstum aus. Nominal, also zu aktuellen Preisen und damit inklusive möglicher inflationsbedingter Preissteigerungen, dürfte das BIP-Wachstum etwas höher ausfallen.

ase/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP