Paris/Chicago - Arcelor
teilte heute mit, dass das Unternehmen für die Jahre 2006 bis 2008 Betriebsergebnisse vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von jeweils durchschnittlich sieben Milliarden Euro erwarte. Dies wären 1,4 Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr. Das Ziel sei Teil des Plans, "die Wertschöpfung für die Aktionäre der Gruppe zu maximieren". Die Mehrheit der Aktionäre entscheidet darüber, ob Arcelor von Mittal übernommen werden darf oder nicht.
Der "Strategieplan" von Arcelor wird seit Tagen erwartet. Ab morgen spricht die Konzernführung mit 200 Aktionären der Gruppe, die rund 85 Prozent des Gesamtkapitals vertreten, um ihnen die Perspektiven des Unternehmens bis 2010 zu erläutern. Arcelor bekräftigte heute, der Konzern wolle seine Dividendenpolitik fortsetzen, 30 Prozent der Gewinne an die Aktionäre auszuschütten.
Mittal Steel
als weltgrößter Stahlanbieter versicherte seinerseits, die geplante Übernahme werde nicht zu einem massiven Verlust von Arbeitsplätzen führen. Ein Mittal-Sprecher sagte heute in Chicago, US-Bundesstaat Illinois, sein Unternehmen sei sicher, durch die Fusion mehr Werte für die Aktionäre schaffen zu können als Arcelor alleine. Mittal-Finanzvorstand Aditya Mittal hatte gestern in Chicago erklärt, Arcelor und sein Unternehmen seien "zwei komplementäre Gruppen". Damit sei die Fusion "mit Blick auf die Arbeitsplätze sicher".
Bei der bisherigen Mittal-Gruppe läuft bereits ein Programm zur Streichung von 45.000 der weltweit 155.000 Arbeitsplätze bis 2010. Im vergangenen Jahr seien bereits 10.000 Stellen gestrichen worden, sagte Mittal; damit werde das angestrebte Ziel erreicht.
Die Regierungen von Luxemburg und Frankreich hatten sich offen gegen den Versuch von Mittal Steel gestellt, Arcelor per feindlicher Übernahme in Besitz zu bringen. Auch die Arcelor-Führung um Chef Guy Dolle lehnt die Übernahmeofferte strikt ab. Dolle bewertet sowohl die Höhe als auch die Details des Angebots als nicht angemessen. Mittal bietet 18,6 Milliarden Euro für Arcelor, die weltweite Nummer zwei der Branche. Dabei sollen 75 Prozent des Kaufpreises über den Tausch in Mittal-Anteile gezahlt werden.
kaz/AFP/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH