Nürnberg - "Wir haben ein Ergebnis", sagte Siegfried Hörmann von der IG Metall Bayern der Deutschen Presseagentur in München, ohne sich inhaltlich zu äußern. Am Vormittag sollen die streikenden Mitarbeiter informiert werden. Der Einigung war ein Verhandlungsmarathon an einem geheimen Ort vorangegangen, der die ganze Nacht gedauert hatte.
Seit fünf Wochen streikt die AEG-Belegschaft in Nürnberg, weil der schwedische Mutterkonzern Electrolux das dortige Werk schließen will, um die Produktion von Geschirrspül- und Waschmaschinen nach Polen und Italien zu verlagern. Aufgrund der verhärteten Positionen beider Seiten wurde schließlich der ehemalige bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) als Schlichter eingesetzt. Danach hatten sich die Verhandlungspartner endlich aufeinander zu bewegt: "Das ganze Gerüst steht, aber es steht noch auf wackeligen Beinen", sagte der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer bereits gestern im Bayerischen Rundfunk.
Die rund 1750 Mitarbeiter des Werks kämpften fünf Wochen lang für ihre soziale Absicherung nach der Werksschließung. Sie wollten höhere Abfindungen und die Garantie auf Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Angepeilt wurde nach den gestrigen Gewerkschaftsangaben eine "Gesamtlösung" unter Einbeziehung der Electrolux-Servicegesellschaften und des AEG-Werks in Rothenburg ob der Tauber. Für diese Fabrik, in der rund 1300 Beschäftigte Herde und Kochmulden herstellen, befürchtet die IG Metall ein ähnliches Schicksal wie für das Nürnberger Werk und verlangt deshalb eine Standortgarantie bis mindestens 2010.
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