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28.02.2006
 

Schlechtes Wetter

Wieder mehr als fünf Millionen ohne Arbeit

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar auf 5,048 Millionen gestiegen. Damit erfüllen sich die schlimmsten Prognosen von Ökonomen und Analysten. Arbeitsagenturchef Weise glaubt nicht, dass sich die Situation vor April grundlegend verbessern wird.

Nürnberg - Mit 5,048 Millionen Erwerbslosen seien 36.000 mehr Menschen arbeitslos als im Januar, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,1 Punkte auf 12,2 Prozent. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, erklärte den Anstieg mit saisonalen Effekten.

Der jahreszeitlich übliche Anstieg ändere nichts an der optimistischen Grundeinschätzung der aktuellen Arbeitsmarktsituation. Insbesondere die Entwicklung der Beschäftigung und der offenen Stellen bleibe positiv, sagte Weise in Nürnberg. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar fiel der Nachrichtenagentur Reuters zufolge auch etwas geringer aus als für die Jahreszeit üblich. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre sei in diesen beiden Monaten eine Zunahme um gut 40.000 verzeichnet worden.

Saisonbereinigt sank die Zahl der Erwerbslosen um 5000 auf 4,695 Millionen. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 10 000 ab, im Osten stieg sie um 5000. Analysten hatten einen saisonbereinigten Rückgang um 20.000 prognostiziert.

Damit hat die Zahl der Arbeitslosen zum zweiten Mal in Folge die psychologisch wichtige Fünf-Millionenmarke überstiegen. Anders als im Januar hatte Weise dies für diesen Monat allerdings vorausgesehen. Grundlage seiner Einschätzung sei der strenge Winter, hieß es aus der Bundesagentur für Arbeit. Das schlechte Wetter könnte auch im März die Zahl weiter hoch halten, erklärte Weise außerdem. Im April rechnet Weise mit einer Abnahme auf "sicher wieder" unter fünf Millionen. Für den Jahresdurchschnitt prognostizierte der BA-Chef 4,7 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Im Januar war die Zahl der Erwerbslosen überraschend auf 5,012 Millionen hochgeschnellt, nachdem im November und Dezember 2005 die Daten ausgesprochen gut ausgefallen waren. Hintergrund dieser Entwicklung war der verspätete und dafür sehr harte Wintereinbruch sowie ein Vorzieheffekt aus einer Änderung bei der Arbeitslosengeldregelung. So hatten sich überdurchschnittlich viele ältere Menschen über 45 Jahre arbeitslos gemeldet, weil diese Altersgruppe ab Februar nur noch maximal 22 statt 32 Monate Arbeitslosengeld I bezieht.

ase/dpa/Reuters

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