Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
05.03.2006
 

SAP

Drei Beschäftige wollen Betriebsrat erzwingen

Obwohl die Belegschaft von SAP mit überwältigender Mehrheit dagegen gestimmt hat, dürfte der Software-Konzern bald einen Betriebsrat bekommen. Drei Mitarbeiter wollen die Arbeitnehmer-Vertretung gerichtlich erzwingen.

Walldorf/Heidelberg - Die drei Mitarbeiter hätten gemäß Paragraph 17 des Betriebsverfassungsgesetzes beim Arbeitsgericht beantragt, dass der Wahlvorstand zur Durchführung der Betriebsratswahl durch das Gericht bestellt wird, teilte die IG Metall heute in Heidelberg mit. "Die IG Metall unterstützt diese Betriebsratsgründung, initiiert sie aber nicht." Der Wahlvorstand soll anschließend die Wahl eines Betriebsrats für die Konzernzentrale in Walldorf und den Standort im benachbarten St. Leon-Rot organisieren.

SAP-Firmensitz in Walldorf: Mitarbeiter wollen Rechte wahrnehmen
Zur Großansicht
DPA

SAP-Firmensitz in Walldorf: Mitarbeiter wollen Rechte wahrnehmen

Am Donnerstag hatten sich 5100 von 5600 SAP-Mitarbeitern auf einer Betriebsversammlung gegen die Gründung eines Betriebsrats ausgesprochen, gegen die auch Firmen-Mitbegründer Dietmar Hopp vehement ankämpft. Gesetzlich notwendig für die Bestellung des Wahlvorstands sind aber nur drei Beschäftigte. In dem weltweit drittgrößten Software-Unternehmen, das insgesamt fast 36.000 Menschen beschäftigt, werden die Interessen der Belegschaft bislang von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat vertreten.

Der Entschluss, vor Gericht zu ziehen, sei ihnen angesichts des Abstimmungsergebnisses vom Donnerstag nicht leicht gefallen, erklärten die drei Kläger in einem an ihre Kollegen gerichteten und von der IG Metall veröffentlichten Schreiben. "Wir sind uns jedoch sicher, dass das Besondere unserer Firma nicht das Fehlen eines Betriebsrates ist." Vielmehr seien sie überzeugt, "dass der einfachste und wirkungsvollste Weg, unsere Interessen zu vertreten, in Deutschland der Betriebsrat ist". Daher wollten sie auch im Interesse von 500 weiteren SAP-Mitarbeitern, die eine Betriebsratswahl wünschten, ihre im Betriebsverfassungsgesetz verankerten Rechte wahrnehmen.

SAP-Sprecher Herbert Heitmann kritisierte die Initiative. "Wir sind enttäuscht, dass das Gesetz einer kleinen Minderheit die Gelegenheit gibt, eine überwältigende Mehrheit mündiger Mitarbeiter zwangszubeglücken."

Firmen-Mitbegründer Hopp hatte in der vergangenen Woche in mehreren Zeitungsinterviews den Standort Walldorf als Konzernzentrale in Frage gestellt, wenn gegen den Willen einer Mehrheit der Beschäftigten dort ein Betriebsrat erzwungen werde.

har/AFP/reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP