Wirtschaft



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08.03.2006
 

Hedgefonds-Opfer

Schwäbischer Bauzulieferer wird zerlegt

Nachdem ein US-Investor dem schwäbische Fußbodenhersteller Rinol Anfang des Jahres den Geldhahn zudrehte, schlitterte das Unternehmen in die Insolvenz. Nun folgte der nächste Schlag: Rinol wird filetiert.

Stuttgart - Die Auslandsbeteiligungen von Rinol in Spanien, Italien, Portugal und Tschechien sowie die Markenrechte sollen an eine Auffanggesellschaft verkauft werden, teilte das insolvente Unternehmen heute in Renningen bei Stuttgart mit. Die Auffanggesellschaft gehört demnach den Finanzinvestoren und Rinol-Hauptgläubigern DB Zwirn und Morgan Stanley.

Das Insolvenzgericht habe den Verkauf bereits genehmigt, um Wertverluste zu vermeiden und die Fortführung der Tochterfirmen zu sichern. Mit dem Abschluss der Kaufverträge sei Ende der Woche zu rechnen. Verhandlungen mit Interessenten für das Deutschland-Geschäft seien in einem fortgeschrittenen Stadium.

Damit steht das schwäbische Unternehmen vor der Zerschlagung in seine Einzelteile. Rinol war angesichts der schwachen Baukonjunktur und einer übereilten Auslandsexpansion in die Krise geschlittert.

Das Unternehmen hatte im Geschäftsjahr 2004 rote Zahlen geschrieben und den Umsatz auf knapp 106 Millionen Euro mehr als halbiert. Der Jahresfehlbetrag lag bei 29,1 Millionen Euro. In Deutschland hat Rinol rund 300 Beschäftigte. In ausländischen Tochtergesellschaften arbeiten 350 Mitarbeiter für die Rinol-Gruppe.

Der amerikanische Hedgefonds DB Zwirn hatte die Schulden der Firma übernommen und wollte diese in eine 52-Prozent-Beteiligung an Rinol umwandeln. Allerdings konnten sich das Management und der Investor nicht auf einen Sanierungsplan einigen.

Nachdem DB Zwirn Finanzierungszusagen daraufhin zurückzog musste Rinol im Januar Insolvenz anmelden. Das Insolvenzverfahren über die Rinol AG soll den Angaben zufolge zum 1. April eröffnet werden.

suc/Reuters

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