Wirtschaft



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14.03.2006
 

Schrumpfvolk

Deutsche Geburtenzahl stürzt auf 60-Jahres-Tief

Dass die Deutschen zu wenige Kinder bekommen, ist ja bekannt - im vergangenen Jahr aber hat sich das Problem vorläufigen Daten zufolge noch einmal dramatisch verschärft. Die anderen Länder Europas schneiden viel besser ab.

Berlin - "Das ist dramatisch, wir laufen in eine Schere hinein", sagt der Direktor des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. Er bezieht sich auf Prognosen des Statistischen Bundesamtes, über die jetzt die "Welt" berichtet und denen zufolge die Zahl der Geburten in Deutschland im vorigen Jahr so stark gesunken ist wie seit 15 Jahren nicht mehr. Im ganzen Jahr seien demnach in Deutschland weniger als 676.000 Kinder geboren worden.

Spielendes Kind: In der Lebensplanung nicht vorgesehen?
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DPA

Spielendes Kind: In der Lebensplanung nicht vorgesehen?

Gegenüber dem Vorjahr entspräche diese Prognose-Zahl einem Rückgang von gut 4,2 Prozent - 2004 kamen in Deutschland noch 706.000 Kinder zur Welt. Selbst im Nachkriegsjahr 1946 gab es rund 922.000 Geburten. Im Vergleich zum Jahr 1964, als in der Bundesrepublik und in der DDR mit insgesamt 1,357 Millionen Kindern ein Geburtenrekord erreicht wurde, hat sich die Zahl der Babys sogar halbiert.

Hüther warnte, Deutschland weise laut Eurostat-Angaben für 2004 mit einem Wert von 8,5 Geburten je 1000 Einwohner die niedrigste Geburtenziffer der EU auf. In Ländern wie Frankreich (12,7) und Großbritannien (12,0) liege die Kennziffer jeweils um etwa die Hälfte höher. "In diesen Gesellschaften sind Kinder eine größere Selbstverständlichkeit", sagte Hüther.

"Die Verbindung von Berufsleben und Erziehung wird noch immer nicht als normal angesehen", klagte der Experte. Außerdem betrieben Länder wie Frankreich eine dezidierte Bevölkerungspolitik und stellten ihre Familien finanziell besser.

itz/AFP/ddp

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