Die Globalisierung sorgt nicht für das erhoffte Gleichgewicht, sondern schafft Profiteure und Verlierer - einige Staaten drohen vollends den Anschluss zu verlieren. Das ist für die Betroffenen fatal und kann auch für die Weltwirtschaft ernste Folgen haben.
Um der Armut in den unterschiedlichen Regionen der Welt zu begegnen, gebe es kein einheitliches Patentrezept, meint Jeffrey Sachs vom Earth Institute der Columbia Universität. Arme Länder sowie wirtschaftliche Entwicklungsländer unterscheiden sich enorm: In Asien zum Beispiel sorgen "starke integrative und innovative Kräfte" dafür, dass viele vormals arme Länder an einem robusten Wachstum in der Region teilhaben und steigende Einkommen vorweisen. Asien werde auf diese Weise für eine Kräfteverschiebung sorgen und einen neuen Schwerpunkt der Weltwirtschaft bilden.
Im Gegensatz dazu geraten viele Länder in Afrika völlig aus dem Blickfeld. Extreme Armut, ein schwieriges Klima, Krankheiten, unzureichende Infrastruktur sowie Bürgerkriege und fehlende politische Stabilität sorgen dafür, dass diese Länder gleichsam "aus der weltwirtschaftlichen Landkarte herausfallen", so Sachs. Statt an der Wirtschaftsentwicklung teilzuhaben, sehen sich diese Länder mit immer größeren Problemen konfrontiert.
Entwicklungsländer in der Region Zentral- und Südamerika hätten dagegen weit größere Chancen auf stärkeres Wachstum, da die Bildung stabiler demokratischer Systeme, Ausbildung und Urbanisierung vorangeschritten seien. Insbesondere Brasilien habe gute Möglichkeiten, seinen weltweiten Export in naher Zukunft zu steigern.
Ein hohes Risiko berge außerdem die Gruppe der "Aussichtslosen": Länder, die nicht zu den Ärmsten der Armen zählen, die aber auf Grund vieler Jahre der Stagnation und hoher Arbeitslosigkeit die Hoffnung auf Besserung verloren haben. Dazu gehören Regionen im Mittleren Osten ebenso wie in Lateinamerika, meint Sachs: "Dort gibt es viele enttäuschte, arbeitslose junge Menschen, die sehr viel zur Destabilisierung der Welt beitragen können." Eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung dieser Länder hänge stark von politischen Kooperationen mit den führenden Wirtschaftsnationen ab.
Risiko acht: Klimawandel und Erderwärmung
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