Sie glaube nicht, dass die USA das Kyoto-Protokoll jemals ratifizieren werde, meint Carol Browner, ehemals Leiterin der US-Umweltschutzagentur. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass sich die US-Legislative in naher Zukunft stärker mit dem Thema Klimawandel befassen werde: Wachsender Druck komme von US-Unternehmen, die vor allem in Europa schärfere umweltpolitische Vorgaben erfüllen müssten.
Der Grund für die Behäbigkeit: Wissenschaftler streiten noch immer über die Ursachen und Folgen der globalen Erwärmung. Unbestritten ist, dass der Gehalt an Kohlenstoff in der Erdatmosphäre seit der industriellen Revolution um mehr als 30 Prozent zugenommen hat. In welchem Maße die Kohlendioxid-Emissionen zur Erderwärmung beitragen, ist jedoch ebenso umstritten wie die Folgen, die der Klimawandel mit sich bringt. Es sei nicht einmal sicher, ob eine globale Erwärmung ausschließlich negative Folgen haben werde, meint David Henderson von der Naval Postgraduate School in Monterey.
Selbst wenn die Ziele des Kyoto-Protokolls erreicht würden, bedeute dies lediglich einen Zeitgewinn von etwa sechs Jahren, so Henderson. Dagegen stünden hohe Kosten, die durch die Umsetzung der Klimarahmenkonvention entstehen. Effektiver als der Versuch, Kyoto doch noch flächendeckend umzusetzen, seien die freien Kräfte des Marktes: Der stark steigende Ölpreis sei für Industrieländer wie für energiehungrige aufstrebende Nationen wie China ein gewichtiger Grund, verstärkt auf alternative Energien zu setzen.
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