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Arbeitsmarkt Platzeck will keine weiteren Abstriche beim Kündigungsschutz

Das Thema Kündigungsschutz erregt die Gemüter in der Großen Koalition. SPD-Chef Matthias Platzeck greift die Union an und schließt die von Wirtschaftsminister Glos geforderten Zugeständnisse seiner Partei aus.

Reutlingen - "Ich sage klipp und klar: Mehr Einschnitte beim Kündigungsschutz gibt es nicht", sagte Platzeck dem "Reutlinger General-Anzeiger". Er warnte den Koalitionspartner Union vor dem Versuch, weitere Aufweichungen erreichen zu wollen. Der SPD-Chef erinnerte an eine klare Vereinbarung im Koalitionsvertrag. Diese bleibe gültig. Die Regelung sieht vor, bei Neueinstellungen künftig die Probezeit auf 24 Monate anzuheben.

Platzeck reagierte damit auf Vorstöße aus der Union. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte sich für eine Lockerung des Kündigungsschutzes ausgesprochen, die über die Regelung im Koalitionsvertrag hinausgeht.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte zu dem Streit, man werde den Koalitionsvertrag umsetzen, fügte jedoch in der Düsseldorfer "Westdeutschen Zeitung" hinzu: "Regierungsarbeit kann sich nicht ausschließlich darin erschöpfen, den Koalitionsvertrag umzusetzen." Es sei durchaus richtig, wenn der Bundeswirtschaftsminister ständig darüber nachdenke, wie die Arbeitslosigkeit bekämpft werden könne.

Erste gestern hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit Protesten nach französischem Vorbild gedroht, sollte Schwarz-Rot die Pläne zum Kündigungsschutz nicht zurücknehmen. Die von der Großen Koalition geplante generelle zweijährige Probezeit fordere den deutlichen und scharfen Protest der Gewerkschaften heraus, hatte DGB-Chef Michael Sommer erklärt. Das, was dazu im Koalitionsvertrag von Union und SPD stehe, sei genau dasselbe, weswegen die Menschen in Frankreich zu Recht auf die Straße gingen.

Platzeck kritisierte seinerseits auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich bislang neben ihren Auslandsreisen noch zu wenig um wichtige Aufgaben kümmere. "Die wichtigen Fragen spielen aber zu Hause und die muss die Bundeskanzlerin bald beantworten: Gesundheitsreform, Kündigungsschutz oder die Frage eines existenzsichernden Einkommens", mahnte Platzeck.

suc/ddp

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insgesamt 776 Beiträge
DJ Doena 09.11.2005
Sie versprechen 2% Senkung der Lohnnebenkosten. Hab ichs überlesen oder wo steht, wo die 2% abfallen sollen? Lohnsteuer? ALV? RV? KV? Soli?
Sie versprechen 2% Senkung der Lohnnebenkosten. Hab ichs überlesen oder wo steht, wo die 2% abfallen sollen? Lohnsteuer? ALV? RV? KV? Soli?
DJ Doena 09.11.2005
PS: Ach hier stehts: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,383977,00.html ALV solls also werden ... und das bei gesteigerten H4-Ausgaben -> wer's glaubt, wird selig. Dumm nur, dass ich Atheist bin.
PS: Ach hier stehts: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,383977,00.html ALV solls also werden ... und das bei gesteigerten H4-Ausgaben -> wer's glaubt, wird selig. Dumm nur, dass ich Atheist bin.
pps 09.11.2005
Warum und wie sollte es? 50jährige Probezeit, das isses doch! Auf dem Grabstein wird eingemeiselt: JETZT ist er/sie fest angestellt! Ach ja, bei Spezialisten geht der Schuß für den AG nach hinten los. Schwupps Kündigung [...]
Zitat von sysopGelockerter Kündigungsschutz, niedrigere Lohnnebenkosten: Die Koalition geht ans Eingemachte. Sind die geplanten Arbeitsmarktreformen richtig, nützen sie der Industrie und dem Mittelstand gleichermaßen? Werden damit endlich Arbeitsplätze und stärkeres Wachstum geschaffen?
Warum und wie sollte es? 50jährige Probezeit, das isses doch! Auf dem Grabstein wird eingemeiselt: JETZT ist er/sie fest angestellt! Ach ja, bei Spezialisten geht der Schuß für den AG nach hinten los. Schwupps Kündigung vom AN, und die Firma ist kaputt. Aber DA gibt's dann wieder Ausnahmeregelungen und 'ne Regelung von der Regelung. Tollhaus Berlin. In Bonn wäre das nicht passiert.
Arne Lund 09.11.2005
Kündigungsschutz? Sowas kenne ich schon gar nicht mehr...wer kam oder kommt noch gleich in den Genuß dieses Privilegs? Politiker? Beamte? Einige versprengte Arbeitnehmer aus der Metallindustrie? Schnell weg damit! :)
Kündigungsschutz? Sowas kenne ich schon gar nicht mehr...wer kam oder kommt noch gleich in den Genuß dieses Privilegs? Politiker? Beamte? Einige versprengte Arbeitnehmer aus der Metallindustrie? Schnell weg damit! :)
Thorben-Hendrik 09.11.2005
Nach meiner betrieblichen Praxis kann ich dazu nur feststellen: Bin ich nach Ablauf der heute maximal zulässigen Probezeit immer noch nicht sicher ob ich einen Mitarbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis übernehmen soll, dann [...]
Nach meiner betrieblichen Praxis kann ich dazu nur feststellen: Bin ich nach Ablauf der heute maximal zulässigen Probezeit immer noch nicht sicher ob ich einen Mitarbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis übernehmen soll, dann weiss ich es nie. Meiner Ansicht nach handelt es sich bei der Verlängerung der Probezeit letztlich nur um eine teilweise Abschaffung des Kündigungsschutzes ohne irgendeine Kompensation für die Arbeitnehmerseite. Wenn Änderung, dann bitte den Kündigungsschutz komplett abschaffen und durch eine gesetzliche Abfindungsregelung ersetzen, Beispiele dazu gibt es bei europäischen Nachbarn. So erhalten die Arbeitgeber die geforderte Flexibilität und die Arbeitnehmerseite wenigstens eine teilweise Kompensation. Bei der Gelegenheit könnte man auch gleich noch einen gesetzlichen Mindestlohn einführen, ist auch lange überfällig.
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