Wirtschaft



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27.03.2006
 

Pay-TV

Premiere plant eigenes Bundesliga-Angebot

Der Pay-TV-Kanal Premiere gibt sich kämpferisch. Obwohl dessen Erzrivale Arena heute ein Live-Bundesliga-Angebot präsentiert hat, stellt der Bezahlsender den Zuschauern seinerseits ein Fußball-Paket in Aussicht. Dabei hofft Premiere weiter auf eine Sublizenz.

Hamburg/München - "Wir sind zuversichtlich, dass wir demnächst ein Fußball-Angebot machen können", sagte ein Premiere-Sprecher im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Demnach will der bisherige Rechteinhaber für Live-Spiele der Bundesliga noch vor Saisonende Preise für die nächste Spielzeit nennen. Wie teuer das neue Fußball-Abo bei Premiere Chart zeigen sei, hänge von den laufenden Verhandlungen ab.

Premiere-Übertragung: Hoffen auf die Sublizenz
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DDP

Premiere-Übertragung: Hoffen auf die Sublizenz

Die Aussagen dürften vor allem beim neuen Rechteinhaber Arena für Kopfschütteln sorgen. Die zum Kabel-TV-Konzern Unity Media gehörende Firma hatte Premiere im Kampf um die Live-Übertragungen für die Spielzeiten 2006/2007 bis 2008/2009 ausgestochen.

Heute legte Arena ein eigenes Bundesliga-Angebot für die nächste Saison vor. Fußballfans in Deutschland können die Spiele ab August via Satellit für monatlich 19,90 Euro live im Fernsehen sehen. Billiger wird es wenn die Zuschauer Kunde bei den Unity-Gesellschaftern Ish (Nordrhein-Westfalen) und Iesy (Hessen) sind. Mit anderen Kabelnetzbetreibern werde derzeit noch verhandelt, darunter Kabel Deutschland (KDG) und Kabel Baden-Württemberg, hieß es.

Zu empfangen sein wird die Bundesliga über den Satelliten SES Astra. Zum Empfang sind ein Decoder und eine Smartcard des mit Cryptoworks verschlüsselten Programms nötig. An einer Verschlüsselung für bestehende Decoder nach dem Nagravision-Standard werde noch gearbeitet, erklärte Arena. Dazu zählen unter anderem Geräte von Premiere. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte Premiere auf Grund eines Vertrags mit Astra am Umsatz beteiligt werden. Arena hat bislang nur sichergestellt, dass Premiere-Kunden im Kabelnetz ihre bestehenden Decoder weiter nutzen können.

Chance für Premiere

Premiere wittert bei der Satelliten-Übertragung offenbar eine Chance, um doch noch an die Live-Spiele zu kommen. "Damit Arena die Smartcards des Großteils der Premiere-Kunden unkompliziert nutzen kann, sind Vereinbarungen mit uns nötig", sagte der Sprecher. Derzeit verhandele der Sender mit anderen Rechteinhabern über eine mögliche Kooperation, sagte er ohne genauere Angaben zu machen.

Laut Presseberichten hatte es zuletzt auch Gespräche zwischen der Deutschen Telekom und Premiere gegeben. Die Telekom hat die Rechte für Live-Bilder im Internet. Die Online-Übertragung könnten über einen Digitalreceiver theoretisch auf den TV-Bildschirm gebracht werden. Premiere wollte dies heute nicht kommentieren.

Für den börsennotierten Pay-TV-Kanal wäre ein Abschluss wichtig. Live-Fußball gilt als eines der attraktivsten Angebote für Bezahlfernsehen. Nachdem Premiere die Rechte an Arena verloren hatte, war der Aktienkurs eingebrochen.

Arena jedenfalls will Premiere nichts ins Boot holen und dem Konkurrenten keine Sublizenz geben. Man spreche nicht mit Premiere über dieses Thema, sagte Christoph Bellmer, Geschäftsführer Technik und Vertrieb.

suc/dpa-AFX/Reuters

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