Wirtschaft



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31.03.2006
 

Tarifstreit

IG-Metall-Vize Huber will Arbeitskampf vermeiden

Der Vize-Vorsitzende der IG-Metall, Berthold Huber, strebt eine Lösung in der aktuellen Tarifauseinandersetzung "wenn möglich noch vor einem Arbeitskampf" an. Von der Forderung nach einem Lohnplus von fünf Prozent rückt er indes nicht ab.

Passau - "Die Metall- und Elektroindustrie ist nicht der Öffentliche Dienst", sagte Huber der "Passauer Neuen Presse". Allerdings müssten die Arbeitgeber "endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen". Die IG Metall werde sich nicht wochenlang hinhalten lassen. Huber fügte hinzu: "Tut sich bis nach Ostern nichts, ist die Zeit reif für Entscheidungen über einen Streik."

Gewerkschafts-Vize Huber: "Unzumutbare Lohnsenkungen"
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DPA

Gewerkschafts-Vize Huber: "Unzumutbare Lohnsenkungen"

Im Öffentlichen Dienst tobt seit Wochen ein Arbeitskampf. Der bundesweite Ausstand geht möglicherweise bis in den Sommer hinein weiter. Der Ver.di-Bundesvorsitzende Frank Bsirske kündigte an: "Wir sind entschlossen, den Streik noch wochenlang fortzusetzen, wir planen auch über Ostern hinaus." In Baden-Württemberg bereitet sich die Gewerkschaft darauf vor, dass der Streik bis Ende Juli dauern kann.

IG-Metall-Vize Huber verteidigte gleichzeitig die Forderung nach einem fünfprozentigen Einkommenszuwachs. Dabei orientiere man sich nicht "an Spitzengewinnen" in der Branche wie etwa bei Porsche, sondern "am Durchschnitt" der Metall- und Elektroindustrie.

Huber sagte, man könne gut begründen, warum die Einkommen um fünf Prozent steigen müssen: "Die gesamtwirtschaftliche Produktivität steigt um bis zu zwei Prozent, die Inflationsrate um mehr als zwei Prozent. Da ist unsere Forderung nur gerechtfertigt." Reallohnsenkungen, obwohl es den Unternehmen der Metall-Branche noch deutlich besser als der Gesamtwirtschaft gehe, seien unzumutbar.

Gleichzeitig gehen die Warnstreiks in der Metallbranche weiter. Am dritten Aktionstag sind in Nordrhein-Westfalen mit Beginn der Tagschicht wieder mehrere Tausend Beschäftigte der Metall- und Elektro-Industrie zu Kundgebungen und Protesten aufgerufen. In 53 Betrieben seien Demonstrationen, Protestaktionen oder befristete Arbeitsniederlegungen geplant, teilte auch die IG Metall Küste in Hamburg mit. Unter den betroffenen Betrieben sind Airbus-Werke und Werften in Kiel, Papenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Hessen und Baden-Württemberg sind Aktionen geplant.

suc/ddp/dpa

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