Nürnberg - Etwa 150 Mitarbeiter der Frühschicht versammelten sich vor dem Werkstor, um für fünf Prozent Lohnerhöhung in der aktuellen Tarifauseinandersetzung der Metallindustrie zu demonstrieren. Nürnbergs IG-Metall-Vize Jürgen Wechsel rief die Arbeitgeber während einer Kundgebung auf, endlich auf die Forderungen der Gewerkschaft einzugehen und ein Angebot vorzulegen: "Sonst bekommen sie den Streik, den sie offenbar wollen."
Die Belegschaft wurde im Anschluss an die Veranstaltung nach Hause geschickt. Damit reagierte die IG Metall auf den Protest des schwedischen AEG-Mutterkonzerns Electrolux, der sich laut Wechsel nach dem Abschluss eines Sozialtarifvertrages für die 1700 Beschäftigten Anfang März alle weiteren Aktionen verbeten hatte.
Wechsel sagte: "Wir können jeden Cent gebrauchen, deshalb wollen wir wenigstens noch die fünf Prozent Lohnerhöhung mitnehmen."
Vor drei Wochen war am AEG-Stammwerk ein 46-tägiger Streik beendet worden. Die IG Metall erkämpfte damit höhere Abfindungen für die von der Schließung des Werks betroffenen Beschäftigten. Nach Gewerkschaftsangaben hat das Unternehmen bereits die ersten 540 Kündigungen verschickt. Die Betroffenen müssten im Sommer gehen.
mik/ddp
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