Sindelfingen - "Wir haben 15.000 Beschäftigte der Früh- und Normalschicht nach Hause geschickt", sagte IG-Metall-Sprecher Kai Bliesener. Die Arbeit werde erst mit der Spätschicht nach 14 Uhr wieder aufgenommen. Zuvor waren nach Gewerkschaftsangaben 17.500 Beschäftigte in Sindelfingen und im Porsche-Werk Stuttgart-Zuffenhausen in den Warnstreik getreten.
Bei einer Kundgebung vor dem Porsche-Werk warnte der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber die Arbeitgeber vor einem zu niedrigen Angebot. Ihnen sei kein Trick zu billig, um die Forderung der Gewerkschaft von fünf Prozent nach unten zu drücken, sagte Huber vor 2500 Teilnehmern.
Heraus kämen dann 1,2 Prozent, die die Arbeitgeber als äußerste Schmerzgrenze bezeichneten. "Solche Zahlentricks sind unredlich und eine Ohrfeige ins Gesicht der Kollegen, die jeden Tag an den Bändern und in den Büros arbeiten", sagte Huber. Es sei genügend Geld da, es müsse nur richtig verteilt werden. Huber sagte, die IG Metall suche keinen Streik. "Wir sind fähig zu Kompromissen. Aber zu Bittstellern lassen wir uns nicht degradieren", sagte der Gewerkschaftsführer.
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sagte im WDR, nach den Vorstellungen der Arbeitgeber müsse ein Abschluss sowohl eine allgemeine Lohnkomponente als auch eine Einmal-Zahlung beinhalten, die konjunkturelle Sonderentwicklungen berücksichtige. Innerhalb dieses Rahmens brauche die Industrie aber auch noch Flexibilität, um die große Bandbreite in der wirtschaftlichen Lage der einzelnen Betriebe auszugleichen. "Das Wichtigste für uns ist, unsere Produkte dürfen nicht teurer werden. Das ist für uns das Ziel", sagte Kannegiesser.
Die Arbeitgeber haben für die beiden größten Tarifbezirke Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen für die nächste Tarifrunde am Donnerstag ein Angebot angekündigt. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche um fünf Prozent. Seit einer Woche untermauert die Gewerkschaft ihre Forderungen mit Warnstreiks, an denen sich jeden Tag Zehntausende beteiligten.
mik/reuters
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