Frankfurt am Main/ Wien - Wegen der großen Sorge um die finanzielle Stabilität der Gemeinschaft habe in der letzten Woche auch ein bisher geheimer Stresstest in der Europäischen Zentralbank in Frankfurt stattgefunden, berichtet die "Financial Times Deutschland".
"Man kann das mit Simulationen vergleichen, die testen, ob ein Atomkraftwerk den Absturz eines Flugzeugs ohne größere Schäden übersteht", erklärte ein hochrangiger Regierungsbeamter demnach den Krisentest. Die Europäische Zentralbank (EZB), die Finanzministerien und nationale Notenbanken hätten in Frankfurt deshalb eine Krise wie den Crash einer EU-weit tätigen Großbank simuliert. Die EZB wollte den Test gestern nicht kommentieren, die Auswertung soll beim Treffen der Finanzminister im Juni vorgelegt werden.
Wie groß die Sorge der Zentralbanken und Finanzministerien um die Stabilität der EU im Falle einer Finanzkrise ist, zeigt ein vertraulicher Bericht des EU-Wirtschafts- und Finanzausschusses (WFA). Dieser komme zu dem Schluss, dass die Gemeinschaft für eine Finanzkrise schlecht gewappnet sei, berichtet das Blatt.
Vor allem Hedgefonds und Derivate würden in dem Bericht des Ausschusses - in dem alle EU-Finanzministerien, die EU-Zentralbank und die Kommission vertreten sind - als Risiken genannt. Die Fonds könnten "eine Quelle von systemischen Risiken" darstellen, heiße es unter anderem. Ein WFA-Mitglied erklärte der Zeitung: "Hedge-Fonds sind für uns eine Blackbox. Niemand weiß, wie groß ihr Hebel bei einer Finanzmarktkrise wirklich ist."
ase
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