London - Laut einem Bericht der britischen Zeitung "Daily Mail" von heute bereitet eine Gruppe aus den Telekomkonzernen Telefonica
und Verizon
die Übernahme von Vodafone
vor. Das Konsortium spreche mit möglichen Investoren über eine Finanzierung der Transaktion, heißt es unter Berufung auf Papiere der Unternehmen.
Das Konsortium wolle 160 Pence pro Vodafone-Aktie bieten. Am Freitag hatte die Aktie bei 125,75 Pence geschlossen. Die Übernahme hätte damit ein Gesamtvolumen von 96 Milliarden Pfund. Die Unternehmen wollten dem Blatt zufolge zu dem Vorgang nicht Stellung nehmen oder waren für einen Kommentar zunächst nicht erreichbar.
Dem Bericht nach gehört auch der Finanzinvestor Blackstone zu den Interessenten. Blackstone wies dies allerdings zurück.
Wie es weiter hieß, wollen die Käufer den britischen Konzern zerschlagen. Verizon betreibt mit Vodafone in den USA den Mobilfunkanbieter Verizon Wireless. Im Falle einer Übernahme würde Verizon die Anteile von Vodafone übernehmen. Vodafone-Chef Arun Sarin hatte derartige Pläne stets abgelehnt. Zudem will der US-Konzern die Aktivitäten in Großbritannien schlucken.
Die Vodafone-Beteiligungen in Europa sollen dagegen an Telefonica fallen. Das spanische Telekomunternehmen hatte erst vor wenigen Monaten den britischen Mobilfunkanbieter O2 erworben und war damit auf die Märkte Deutschland und Großbritannien vorgestoßen.
Vodafone steckt derzeit in einer Krise. Im Februar schockte der Konzern die Anleger mit der Hiobsbotschaft, man müsse bei den Deutschland-Aktivitäten rund 41 Milliarden Euro abschreiben. Gleichzeitig wurde auch die Wachstumsprognose für 2006 abgesenkt - von neun auf höchstens 6,5 Prozent.
Wenige Tage später nahm der frühere Konzernchef Christopher Gent - eigentlich Ehrenvorsitzender auf Lebenszeit - seinen Hut. Hintergrund seien die Streitereien im Management, vor allem die Auseinandersetzungen mit dem jetzigen Vodafone-Chef Sarin, hieß es hinter vorgehaltener Hand.
Zuletzt kündigte Vodafone den Umbau der Konzernstruktur an. Angesichts gesättigter Märkte in westlichen Ländern setzen die Verantwortlichen jetzt mehr auf Nischensegmente und Schwellenstaaten.
suc/dpa-AFX
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