Paris - Airbus-Chef Gustav Humbert räumte heute in Toulouse ein, es habe Kritik von Kunden an dem A350-Konzept gegeben. "Ich möchte bemerken, dass Airbus seinen Kunden zuhört. Wir sind bereit, besondere Anstrengungen zu unternehmen, um auf ihre Erwartungen zu reagieren", sagte er.
Zuletzt hatten einige Abnehmer Veränderungen am Konzept für den Langstreckenjet oder gar einen Verzicht auf das Modell gefordert. Airbus solle die bisherigen Planungen für den A350 einstellen und dafür einen technisch fortschrittlicheren Typ auf den Markt bringen, forderte etwa Steven Udvar-Hazy, Gründer der weltgrößte Flugzeug-Leasingfirma ILFC, auf einer Luftfahrt-Konferenz in Orlando. Dieser neue Airbus-Typ könne dann auch die A340-Familie ablösen, die sich inzwischen kaum noch verkaufen lässt.
ILFC-Chef Udvar-Hazy schätzt die Kosten für eine Neuentwicklung auf acht bis zehn Milliarden Dollar. Für Airbus wäre dies ein Problem, zumal der Konzern zuletzt den Großteil seiner Kapazitäten in den Bau des Großraumfliegers A380 gesteckt hat. Bislang hat der Weltmarktführer dann auch nur 4,5 Milliarden Dollar für die Entwicklung der A350 eingeplant, weil die Maschine auf dem Flugzeugrumpf der kleineren A330-Familie basiert. Entsprechend gibt es kaum Neuheiten bei Technik und Design.
Vielen Fluggesellschaften reicht das nicht, zumal mit der Boeing 787 "Dreamliner" ein völlig neues Modell bereitsteht. So verwenden die Amerikaner beim Bau statt Aluminium mehr Verbundstoffe. Auch gilt der Betrieb der Maschine als sehr sparsam, was angesichts hoher Kerosinkosten für die Airlines ein zunehmend wichtiges Kaufargument ist. Zudem soll die erste Maschine schon 2008 ausgeliefert werden. Der erste A350 dürfte dagegen erst zwei Jahre später in Dienst gestellt werden.
Bislang kann Boeing entsprechend deutlich mehr Interesse an seiner Maschine verzeichnen. Nach Angabe des Konzerns liegen Bestellungen und Kaufabsichten für 379 "Dreamliner" vor. Der A350 kommt derzeit nur auf 182 Bestellungen.
suc/Reuters
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