Houston - "Die Vorwürfe gegen mich sind falsch", sagte der sichtlich nervöse Skilling heute zum Auftakt seiner Zeugenaussage. "Ich werde gegen diese Vorwürfe ankämpfen bis zu dem Tag, an dem ich sterbe", fügte er hinzu.
Skillings Auftritt ist der vorläufige Höhepunkt in einem der größten Wirtschaftsprozesse der US-Geschichte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Zusammenbruch von Enron Verschwörung, Betrug und Insider-Handel in 28 Anklagepunkten vor. Skilling ist zusammen mit dem anderen früheren CEO Kenneth Lay angeklagt, dem Verschwörung und Betrug in sechs Punkten vorgeworfen werden.
Die beiden Top-Manager sollen Analysten, Anleger und Angestellte über die finanzielle Misere des Energiekonzerns bewusst im Dunkeln gelassen haben, um sich persönlich zu bereichern. Enron war 2001 unter der Last zusammengebrochen.
Nach dem Bankrott des einst siebtgrößten US-Unternehmens hatten Tausende Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren, Milliarden Dollar in den Pensionskassen der Mitarbeiter wurden vernichtet. Die Enron-Aktien stürzten von einstmals mehr als 80 Dollar plötzlich bis auf wenige Cent ab. Der Fall hatte auch deswegen für weltweites Aufsehen gesorgt, weil Lay als Förderer der Republikanischen Partei einst ein enger Vertrauter von US-Präsident George W. Bush war.
Bei Schuldsprüchen drohen den Angeklagten jahrzehntelange Haftstrafen. Die früheren Enron-Chefs halten sich für unschuldig und machen Ex-Finanzchef Andrew Fastow für die Pleite verantwortlich. Der geständige Fastow hatte bereits früher im Prozess gegen seine ehemaligen Chefs ausgesagt und diese dabei nach Einschätzung von Prozessbeobachtern schwer belastet. Neben Skilling wird voraussichtlich auch Lay später im Verfahren aussagen.
suc/Reuters
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