Düsseldorf - Nach einer Umfrage des Hamburger Psephos-Instituts im Auftrag des "Handelsblatts" und der Unternehmensberatung Droege & Comp erwarten Führungskräfte eine Verbesserung der Standortbedingungen binnen der nächsten zwölf Monate. Auch die Investitionen werden demnach anziehen. Die Aussichten dafür, dass die Beschäftigung in diesem Zeitraum steigt, seien so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr, hieß es.
Im Rahmen der Umfrage wurden vom 24. März bis 6. April 806 Top-Manager befragt. Demnach planen 29 Prozent der Unternehmen, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Das sind drei Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Erhebung im Februar und so viele wie zuletzt Anfang 2001. Der Anteil der Unternehmen, die Stellenabbau erwägen, verharrt bei 21 Prozent. Das Beschäftigungsklima ist damit den vierten Monat in Folge positiv und deutet darauf hin, dass der Stellenabbau in Deutschland ein Ende hat. Selbst im krisengeschüttelten Baugewerbe sind dem "Handelsblatt Business-Monitor" zufolge zusätzliche Jobs zu erwarten.
Trotz anziehender Konjunktur bleiben ältere Stellenbewerber im Nachteil. Daran kann aus Sicht der Top-Manager auch ein Ausbau staatlicher Förderprogramme wenig ändern. Zwar hält es eine klare Mehrheit (64 Prozent) für richtig, dass die Große Koalition in Berlin Lohnkostenzuschüsse und Weiterbildungsprogramme für Ältere verstärken will. Das eigentliche Problem bleibt nach Einschätzung der Führungskräfte aber das Arbeitsrecht.
Mehr als drei Viertel (76 Prozent) sehen zu starre Vorschriften etwa beim Kündigungsschutz als Haupthindernis, wenn es um die Neueinstellung älterer Arbeitnehmer geht. Nur 17 Prozent finden, dass ältere Arbeitnehmer weniger leistungsfähig und deshalb im Nachteil seien.
suc/AFP
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