Von Markus Brauck
Hamburg - Kartellamtssprecherin Irene Sewczyk bestätigte gegenüber dem SPIEGEL die Erlaubnis für die Komplettübernahme des Nachrichtenkanals durch RTL. Der Kölner TV-Konzern hält bisher 50 Prozent an n-tv. Nun kann er die restlichen 50 Prozent vom US-amerikanischen Mitgesellschafter CNN/Time Warner übernehmen.
Die Entscheidung ist nicht ohne Brisanz. Anfang Februar hatte die Bundesbehörde RTL noch mitgeteilt, die Übernahme untersagen zu wollen, weil so das Duopol von der RTL-Gruppe und der ProSiebenSat1-Gruppe weiter verstärkt würde. ProSiebenSat1 betreibt den zweiten Nachrichtensender N24. Exakt dieselbe Argumentation war auch zentral für die Ablehnung der Fusion von ProSiebenSat1 mit dem Axel Springer Verlag durch das Kartellamt.
Nach Ansicht der Wettbewerbshüter gilt diese Argumentation trotz der heutigen Genehmigung weiter. Im Fall von n-tv habe es sich aber um eine "Sanierungsfusion" gehandelt. Der Sender sei seit Jahren defizitär und hätte bei einer Ablehnung der Übernahme vom Markt verschwinden können.
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