München - Beide Seiten hätten sich auf ein Modell verständigt, dessen Einzelheiten jetzt durchgerechnet werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Unions-Kreise. Die vom Staat subventionierten Kombilöhne sollen dem Bericht zufolge für zwei eng begrenzte Gruppen von Arbeitslosen eingeführt werden: Langzeitarbeitslose, die bereits über 50 Jahre alt sind und auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum noch eine Chance haben, und für Jugendliche ohne Ausbildung.
Wenn diese beiden Problemgruppen durch staatlich bezuschusste Löhne bessere Chancen hätten, einen Job zu finden, könnten damit zwischen 200.000 und 300.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, hieß es aus der Union. Die Kosten für das Projekt werden auf bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Wie das Geld aufgebracht werden soll, sei noch unklar. Es wird aber offenbar erwogen, die staatlichen Lohnzuschüsse über den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit zu finanzieren.
Gegenwärtig liegt das Modell laut der "Süddeutschen Zeitung" auch auf dem Schreibtisch von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) - ein mögliches Indiz dafür, dass die Pläne für das Kombilohnmodell bereits in einem konkreten Stadium sind.
SPD-Politiker bestätigten, dass sich in Grundzügen ein Konsens abzeichne. Dies sei erst jetzt möglich, denn in der Union habe sich zunächst die Einsicht durchsetzen müssen, dass flächendeckende Kombilöhne weder vernünftig noch finanzierbar seien. Der Finanzbedarf für das Vorhaben wird in der SPD eher höher eingeschätzt als in der Union, die Zahl der dadurch neu entstehenden Jobs dagegen eher niedriger.
agö/ddp
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