New York - Michael Jackson hat sich lange verweigert. Trotz mehrerer hundert Millionen Dollar Schulden, die er schon seit Jahren mit seinem schrägen und vor allem teuren Lebensstil angehäuft hatte. Obwohl kein neues Album, keine neue Tour geplant war, die wieder Geld in die Taschen des gefallenen Popstars hätte spülen können.
Aber an den Beatles-Songs hing er, die Abspielrechte sind eine Art Schatz - nicht nur finanziell gesehen. Doch jetzt - knapp ein Jahr nach seinem Missbrauchsprozess - scheint Jackson offenbar endlich so zermürbt von seinen finanziellen Problemen, dass er den dringenden Bitten seiner zahlreichen Ratgeber nachgeben will: Mehreren amerikanischen Zeitungen zufolge ist er bereit, Anteile eines milliardenschweren Musikrechtekatalogs - der auch die Rechte an rund 251 Beatles-Songs beinhaltet - zu verkaufen.
Ein entsprechender Deal mit seinen Geldgebern, dem Hedgefonds Fortress Investment Group und der Sony Corporation, sei Insidern zufolge unterschriftsreif, berichten die "New York Times" und das "Wall Street Journal". So wolle Jackson die drohende Insolvenz abwenden. Im Rahmen der Vereinbarung sagte die Fortress Group zu, Jackson einen neuen 300-Millionen-Dollar-Kredit zu stellen. Außerdem sollen die fälligen Zinsen - derzeit zahlt Jackson angeblich 20 Prozent - gesenkt werden. Allerdings könne die über zehn Monate ausgearbeitete Vereinbarung durchaus noch scheitern, sagen die Informanten vorsichtig.
Rund eine Milliarde Dollar soll der legendäre Katalog wert sein, der Michael Jackson und Sony jeweils zu fünfzig Prozent über die Firma Sony/ATV gehört. Jedes Mal, wenn einer der zu der Liste gehörenden Songs gespielt wird, klingeln bei Sony/ATV die Kassen. Ein lukratives Geschäft - schließlich gehören zu den 4000 Liedern der Sammlung nicht nur 251 Beatles-Songs, sondern auch Hits wie "Blowin in the Wind" von Bob Dylan oder "Sweet Caroline" von Neil Diamond. Jackson hatte die Rechte 1985 für den Schnäppchenpreis von 47,5 Millionen Dollar erstanden.
Sony hatte schon länger Interesse angemeldet, auch Jacksons Anteile zu übernehmen. Die Gefahr, dass diese im Falle einer Pleite Jacksons versteigert und an einen unliebsamen Käufer fallen könnten, verstärkten das Interesse zusätzlich.
Dass Jackson sich nun auch von diesem Schatz trennen will, zeigt erneut, wie prekär seine finanzielle Lage ist. 270 Millionen Dollar schuldet Jackson der Fortress Investment Group, die diese Verbindlichkeiten der Bank of America abgekauft hatte.
Erst vor wenigen Wochen musste der einstige King of Pop seine dem Nimmerland von Peter Pan nachempfundene Ranch "Neverland" schließen. Jackson war bereits im vergangenen Jahr nach Bahrein gezogen. Noch offene Gehälter seiner Mitarbeiter in Höhe von rund 400.000 Dollar zahlte der 47-Jährige erst, als ihm eine Klage drohte. Dafür zog eine New Yorker Finanzfirma gegen Jackson vor Gericht, weil dort noch eine nicht beglichene Rechnung in Höhe von 48 Millionen Dollar liegen soll. Ein weiterer Beleg dafür, dass der frühere King of Pop sein Reich verliert.
ase
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