Hamburg - Der Münchner Wirtschaftswissenschaftler begründet seine Prognose mit dem anhaltenden Trend der Wirtschaft, Arbeitsplätze an Niedriglohnstandorte in den neuen EU-Ländern zu verlagern.
Sinn sagte der "Stuttgarter Zeitung", der EU- Beitritt Rumäniens und Bulgariens 2008 werde der Entwicklung weiteren Schwung geben.
"Es würde mich nicht wundern, wenn wir in der Industrie noch einmal 1,2 Millionen Arbeitsplätze verlieren würden." Bereits von 1995 bis heute seien wegen der Verlagerung in Billiglohnländer rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland verloren gegangen.
Sinn zitierte eine Umfrage, wonach Osteuropa die Hauptzielregion deutscher Direktinvestitionen im Ausland ist. Er kritisierte, dass sich Deutschland zwei Jahre nach dem EU-Beitritt osteuropäischer Länder noch nicht auf die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU eingestellt habe. Ab 2011, wenn Arbeitnehmer aus dem EU-Ausland in Deutschland ungehindert arbeiten können, werde der Druck auf die Beschäftigten weiter steigen.
Mittelfristig rechnet Sinn mit dem Zuzug von mindestens 2,5 Millionen Menschen. "Die Ausländer werden die Einheimischen in den Sessel drängen, den der deutsche Sozialstaat für sie bereit hält."
kaz/dpa/Reuters
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