Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
21.04.2006
 

Billiglohn-Konkurrenz

Wirtschaftsforscher rechnet mit millionenfachem Jobabbau

Der Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht düstere Zeiten auf den deutschen Arbeitsmarkt zukommen. In den kommenden zehn Jahren werde die deutsche Industrie mehr als eine Million Stellen abbauen.

Hamburg - Der Münchner Wirtschaftswissenschaftler begründet seine Prognose mit dem anhaltenden Trend der Wirtschaft, Arbeitsplätze an Niedriglohnstandorte in den neuen EU-Ländern zu verlagern.

Chef des Ifo-Instituts Sinn: Jobverlagerung in Billiglohnländer
Zur Großansicht
DPA

Chef des Ifo-Instituts Sinn: Jobverlagerung in Billiglohnländer

Sinn sagte der "Stuttgarter Zeitung", der EU- Beitritt Rumäniens und Bulgariens 2008 werde der Entwicklung weiteren Schwung geben.

"Es würde mich nicht wundern, wenn wir in der Industrie noch einmal 1,2 Millionen Arbeitsplätze verlieren würden." Bereits von 1995 bis heute seien wegen der Verlagerung in Billiglohnländer rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland verloren gegangen.

Sinn zitierte eine Umfrage, wonach Osteuropa die Hauptzielregion deutscher Direktinvestitionen im Ausland ist. Er kritisierte, dass sich Deutschland zwei Jahre nach dem EU-Beitritt osteuropäischer Länder noch nicht auf die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU eingestellt habe. Ab 2011, wenn Arbeitnehmer aus dem EU-Ausland in Deutschland ungehindert arbeiten können, werde der Druck auf die Beschäftigten weiter steigen.

Mittelfristig rechnet Sinn mit dem Zuzug von mindestens 2,5 Millionen Menschen. "Die Ausländer werden die Einheimischen in den Sessel drängen, den der deutsche Sozialstaat für sie bereit hält."

kaz/dpa/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP