Nürnberg - Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Einflüsse ging die Arbeitslosenzahl den Angaben zufolge im April um 40.000 zurück. Die Arbeitslosenquote sank damit gegenüber dem Vormonat von 12,0 auf 11,5 Prozent.Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, sagte, wie erwartet zeige sich die übliche Frühjahrsbelebung wegen des kalten März erst verspätet. Trotz positiver Signale auf dem Arbeitsmarkt zeichne sich aber ein Beschäftigungsaufbau noch nicht ab.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt eine saisonbereinigte Abnahme um 35.000 erwartet. Der Rückgang der unbereinigten Zahl fiel im April höher aus als im Zehn-Jahres-Durchschnitt für März auf April von 134.000.
Auch Ökonomen warnten vor übertriebenem Optimismus. "Der normale Rückgang hat sich wegen des kalten Wetters vom März nach hinten verschoben", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. "Da sollte man jetzt nicht die Trendwende am Arbeitsmarkt drin sehen, das ist einfach eine Saisonverschiebung." Es werde auch in den kommenden Monaten tendenziell eher Rückgänge geben. Diese seien aber weniger auf eine Änderung am Arbeitsmarkt zurückzuführen als auf mehr Druck und Kontrolle der Arbeitsagenturen.
Eine positive Entwicklung erwartet auch Ulrike Kastens vom Bankhaus Sal. Oppenheim: "Wir haben den Höhepunkt bei der Arbeitslosigkeit gesehen." Allerdings würden die positiven Effekte gering sein: "Man kann durchaus von einem Aufschwung ohne kräftigen Arbeitsplatzaufbau reden." Dass der entscheidende Funke nicht überspringe, liege auch an der Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr und der damit verbundenen Gefahr, dass der Aufschwung wieder abbreche.
kaz/dpa/Reuters
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