New York – Die Figuren aus "Cars" und "Fluch der Karibik 2" werden die letzten Helden von Walt Disney sein, die neben Hamburger und Pommes in den Happy-Meal-Tüten von McDonald's liegen. Nach zehnjähriger Zusammenarbeit hat der Zeichentrick-Konzern sein exklusives Marketingabkommen mit dem Fast-Food-Riesen in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der Promotion-Vertrag laufe zum Jahresende aus, teilte Disney mit. Die Entscheidung sei bereits vor fast zwei Jahren gemeinsam getroffen worden. Der Medienkonzern wolle aber weiterhin mit McDonald's zusammenarbeiten, allerdings auf einer flexibleren Basis.
Die "Los Angeles Times" hatte zuvor berichtet, Disney hätte den Vertrag nicht verlängern wollen, weil Fast Food in der US-Öffentlichkeit ein immer schlechteres Image habe. Aus dem Vertrag mit McDonalds hatte Disney dem Blatt zufolge 100 Millionen Dollar Lizenzgebühren pro Jahr erlöst. Dafür durfte McDonald's nicht nur die Figuren des Konzerns für seine Marketingzwecke übernehmen, sondern auch Filialen in den Disney-Themenparks eröffnen.
Disney weigerte sich, über die Gründe für das Ende der Kooperation nähere Auskunft zu geben. In einer Telefonkonferenz hatte Steve Jobs – Chef der gerade von Disney übernommenen Pixar Animation Studios und damit größter Disney-Anteilseigner – letztes Jahr seine Zweifel gegenüber Fast Food deutlich zum Ausdruck gebracht, heißt es in der "L.A. Times". Es bestehe durchaus ein Sinn in der Verbindung mit Fast-Food-Ketten: "Aber es bestehen auch einige Bedenken, da in unserer Gesellschaft das Bewusstsein über manche Auswirkungen von Fast Food gewachsen ist", sagte Jobs demnach.
Bei McDonald's bemühte man sich, die Bedeutung der Entscheidung von Disney herunterzuspielen. Die Zusammenarbeit sei ja nicht beendet, betonte Marketing-Direktor Dean Barett. Das einzige, was sich ändere, sei die Exklusivität der Kooperation. McDonald's sei nun frei, mit anderen Partnern zusammenzuarbeiten.
Tatsächlich hat das Unternehmen einen zweijährigen Kooperationsvertrag mit Dream Works abgeschlossen, im Rahmen dessen nun "Shrek 3" vermarktet wird. Doch auch bei Dream Works gib es einem hochrangigen Insider zufolge Diskussionen darüber, ob man den grünen Filmhelden für sein drittes Abenteuer tatsächlich gemeinsam mit ChickenMcNuggets und Big Macs verkaufen oder ob man ihn nicht vielleicht besser zu den Salaten von McDonalds dazu legen solle. Schließlich ist der Zeichentrickstar stark übergewichtig.
ase/dpa-AFX
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