Berlin - Der Tarifkonflikt zwischen den 22.000 Ärzten an Universitätskliniken und den öffentlichen Arbeitgebern nimmt an Schärfe zu. Erstmals seit Beginn der Auseinandersetzung vor acht Wochen wollen die Hochschulmediziner von heute an in der ganzen Woche die Arbeit niederlegen statt wie bisher nur tageweise.
Nach Angaben der Ärztegewerkschaft Marburger Bund sind 25 Unikliniken und 14 Landeskrankenhäuser in insgesamt 39 Städten betroffen. Insgesamt sollen sich nach Angaben des Marburger Bundes fast alle der 22.000 betroffenen Ärzte an der "historischen Streikwelle" beteiligen, jeweils "weit über 10.000 gleichzeitig".
In der Nacht zum vergangenen Freitag war eine neuerliche Verhandlungsrunde der Ärzte und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gescheitert. Die Mediziner wiesen ein TdL-Angebot für höhere Gehälter als unzureichend zurück.
Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) nahm unterdessen den Chef der TdL, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), gegen Kritik in Schutz. "Herr Möllring hat durchaus verantwortungsvoll im Interesse der Länder und der Unikliniken verhandelt", sagte Stratthaus dem "Handelsblatt". Daher habe Baden-Württemberg auch nicht die Absicht, die TdL zu verlassen und mit dem Marburger Bund einen separaten Tarifvertrag abzuschließen.
Bei den für morgen anberaumten Gespräche zwischen dem Marburger Bund und dem Stuttgarter Finanzministerium werde es deshalb vor allem darum gehen, "zu einer gemeinsamen Bewertung des Erreichten Verhandlungsstandes zu kommen", sagte Stratthaus. Es könne doch nicht sein, "dass beide Seiten das Angebot der Tarifgemeinschaft der Länder völlig unterschiedlich bewerten".
hen/ddp/dpa
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