Frankfurt am Main - Der Dax
rutschte in der ersten Stunde nach Eröffnung des Handels zeitweise unter die Marke von 5800 Punkten. Damit hat der Index binnen drei Handelstagen rund 400 Zähler abgegeben. Noch dramatischer waren die Verluste bei den Nebenwerten: Der MDax
gab 3,3 Prozent, der Tecdax 5,5 Prozent nach. Solarwerte wie Q-Cells und Solarworld
gaben zweistellig nach. Der Internet-Dienstleister United Internet
, dessen Aktien am Donnerstag noch ein Rekordhoch markiert hatten, verlor zeitweise 15 Prozent an Wert. Im MDax gerieten Vivacon
und Leoni
unter die Räder.
Händler verwiesen auf die schwachen Vorgaben aus USA und Asien. Inflationssorgen, die gestiegenen Zinsen sowie der hohe Ölpreis hatten den Dow Jones
am Freitag erneut auf Talfahrt geschickt. In Asien gab der Nikkei
am Montag um 0,7 Prozent nach.
Zudem verschärfen zahlreiche Stopp-Loss-Orders den Abwärtstrend. Da der Markt seit Donnerstagmittag stark nachgegeben hat, sichern viele Anleger ihre Gewinne der vergangenen Monate und steigen aus.
Zu den schwächsten Dax-Werten gehörten am Morgen die Deutsche Börse
, Volkswagen
und Bayer
. Die Deutsche Börse gab mehr als zwei Prozent ab: Ein möglicher Zusammenschluss des Frankfurter Marktbetreibers mit der Fünfländerbörse Euronext ist einem Zeitungsbericht zufolge wegen anhaltender Differenzen beider Partner noch längst nicht in trockenen Tüchern.
RWE
gaben nach Quartalszahlen um 0,93 Prozent auf 63,90 Euro nach. Der Versorger hat im ersten Quartal vom langen Winter profitiert und sein Ergebnis kräftig gesteigert. Händler und Analysten äußerten sich positiv zu den Zahlen. Die Aktie werde von der negativen Marktstimmung belastet, sagte ein Börsianer.
Auch das Öl wird billiger
Im MDax waren Vivacon-Aktien nach Quartalszahlen schwächster Wert und büßten 7,90 Prozent auf 37,76 Euro ein. Der auf den Immobilien-Markt spezialisierte Finanzdienstleister rutschte im ersten Quartal in die roten Zahlen. Das Nettoergebnis sank von plus 3,1 auf minus 2,1 Millionen Euro.
Der Ölpreis hat sich unterdessen der Marke von 71 US-Dollar angenähert. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Morgen 71,17 Dollar und damit 87 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 97 Cent auf 71,35 Dollar.
Der Euro in Dollar
hat dagegen seinen Höhenflug gegenüber dem Dollar auch am Freitag fortgesetzt. Mit 1,2955 markierte die europäische Gemeinschaftswährung im Handelsverlauf einen neuen Höchststand seit gut einem Jahr. Zuletzt wurde der Euro bei 1,2905 gehandelt und damit 0,55 Prozent höher als am Vortag. Trotz des überraschend zurückgegangenen Handelsdefizits habe es für den Greenback nicht zu mehr als einer kurzen und schwachen Zwischenerholung gereicht, hieß es am Markt. Jeder Anstieg werde momentan zu Verkäufen genutzt.
mik/dpa-AFX/Reuters
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