Wirtschaft



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17.05.2006
 

DaimlerChrysler

Arbeitslose sollen E-Klasse montieren

Erst hatte DaimlerChrysler mehrere Tausend Jobs gestrichen, dann fehlten plötzlich 1000 Arbeitskräfte. Nun sollen einem Zeitungsbericht zufolge Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger ran an die Fließbänder.

Hamburg/Stuttgart - Rund 7800 Stellen hatte DaimlerChrysler seit vergangenem Herbst gestrichen - und musste nun feststellen, dass es zu Beginn der Ferienzeit, wo rund 5000 Beschäftigte in den Urlaub gehen, schlicht an Leuten fehlt. Zumal die Nachfrage nach der neu aufgelegten E-Klasse wohl höher ist als erwartet.

Produktion der E-Klasse: In Sindelfingen fehlen rund 1000 Kräfte
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DPA

Produktion der E-Klasse: In Sindelfingen fehlen rund 1000 Kräfte

Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" sucht der Autobauer jetzt 620 Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger für die E-Klasse-Produktion. Dabei gehe es allerdings nicht um langfristige Anstellungen, sondern um befristete Verträge von bis zu drei Monaten. Das Blatt berichtet, die Arbeitsagentur Stuttgart sei damit beauftragt worden, entsprechendes Personal für das Mercedes-Werk in Sindelfingen zu rekrutieren.

Der Konzern wollte sich weder gegenüber der Zeitung noch gegenüber SPIEGEL ONLINE näher zu dieser Einstellungsaktion äußern. Bei der Anwerbung von Aushilfskräften handele es sich aber um einen "ganz üblichen Vorgang". Man wolle überwiegend Schüler und Studenten beschäftigen, zitiert das Blatt die Pressestelle des Konzerns.

Um DaimlerChrysler die Masseneinstellung zu erleichtern, würden derzeit Arbeitslose aus der Region Stuttgart in die Arbeitsagentur beordert, schreiben die "Stuttgarter Nachrichten" weiter. Dort stelle man ihnen den Einsatz vor, die Auswahl des Personals erfolge dann durch Konzernmitarbeiter. "Die suchen nicht nur qualifizierte Personen aus dem Kfz-Bereich, sondern auch ungelernte Kräfte", sagte ein potenzieller Kurzzeitbeschäftigter dem Blatt. Dabei würden selbst einfachste Tätigkeiten "bestens bezahlt".

Bisher seien 180 Hartz-IV-Empfänger eingeladen worden, die Resonanz jedoch eher gering, heißt es.

Die IG Metall sieht die Aktion "mit einem lachenden und einem weinenden Auge": Einerseits erhielten Arbeitslose die Chance, kurzzeitig ihre Chancen zu verbessern. Andererseits handele es sich bei den befristeten Jobs um alles andere als betriebliche Normalität. "Wir haben immer davor gewarnt, bei Mercedes pauschal Personal abzubauen", sagte eine Gewerkschaftssprecherin der Zeitung.

kaz

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