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15.06.2006
 

Schwarz-Rot-Gold

Deutschland im Fahnen-Fieber

Noch nie waren Stoffstücke in Schwarz-Rot-Gold so begehrt wie jetzt zur Fußball-Weltmeisterschaft. Die Produzenten der Fahnen - bislang nicht gerade als Boombranche bekannt - machen zurzeit enorme Umsatzzuwächse.

Berlin - Der Nachschub für das heiß begehrte Schwarz-Rot-Gold ist sichergestellt. Die Fans der Nationalmannschaft von Jürgen Klinsmann können sich bis zum möglichen Endspiel weitgehend problemlos mit Deutschland-Fahnen versorgen. Aber auch die Flaggen der anderen WM-Länder sind in deutschen Landen heiß begehrt. Das ergab eine bundesweite Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Deutschlandfahnen am Auto: Überraschend große Nachfrage
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DDP

Deutschlandfahnen am Auto: Überraschend große Nachfrage

Trotz der großen WM-Fahnen-Euphorie in Deutschland heißt es in der Branche: "Wir haben noch genug Meterware an Deutschlandfahnen-Stoffen in unterschiedlichen Größen und können damit noch viele Fahnen nähen." Dennoch: In manchen Läden sind Deutschland-Fahnen schon ausverkauft. "Die gehen weg wie warme Semmeln - Nachfrage extrem - Markt leergefegt", so die Aussagen in den Geschäften. Trost: Neue Fahnen sind geordert und werden bald geliefert.

Allein in einer Fahnen-Fabrik in Stuttgart sind zur WM mehrere hunderttausend Fahnen verkauft worden. Renner: Deutschland. Aber auch Italien, Kroatien, Brasilien, Schweiz und Frankreich sind sehr gefragt. Der Markt für Flaggen hat sich allein bei einem großen Hamburger Unternehmen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 50 Prozent gesteigert. "Diesen Hype hat niemand vorhergesehen", heißt es.

Verkauf nimmt um bis zu 1000 Prozent zu

Die Renner sind Autofahnen und Flaggen im Format 1,50 Meter mal ein Meter. Bei den Flaggen anderer Nationen hängt der Absatz davon ab, welche Fans gerade durch die Städte ziehen. So war am Sonntag in Köln Notstand bei Angola-Fahnen. In Düsseldorf sind auf Grund der großen Japan-Gemeinde vor allem Flaggen mit der roten Sonne Mangelware.

Ein Abteilungsleiter in einem Düsseldorfer Kaufhaus äußerte sich perplex: "Es ist Wahnsinn, was hier abgeht. Es ist eine Steigerung um 900 bis 1000 Prozent im Vergleich zu normalen Zeiten." Erst wurde überwiegend Import-Ware aus Fernost verkauft, mittlerweile geht es nur noch darum, wo man Fahnen herbekommen kann.

Bei Fahnen-Fabrik in Wuppertal bildeten sich vor dem Werksverkauf große Menschentrauben. "Natürlich laufen Deutschland-Fahnen am besten, aber überraschend gehen auch die Exoten hervorragend." Trinidad und Tobago ist fast ausverkauft", berichtete der Geschäftsführer.

kaz/dpa-AFX

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