Hamburg - Beim Versicherungskonzern Allianz
sind offenbar bis zu 5000 Jobs in Gefahr. Nach Informationen der "Welt" plant allein die Tochter Dresdner Bank den Abbau von etwas mehr als 2000 Jobs. In den vergangenen vier Jahren hatte die Geschäftsbank bereits 11.000 Arbeitsplätze gestrichen. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" schätzt Stefan Kalb, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, dass die Allianz zudem im inländischen Versicherungsgeschäft bis zu 3000 Stellen streichen wird.
Offiziell wird der Allianz-Konzern sein Sparpaket erst am Donnerstag präsentieren. Weder Dresdner Bank noch Allianz wollten Berichte über Stellenabbau kommentieren.
Die Dresdner Bank will dem "Welt-Bericht zufolge ihr Firmenkundengeschäft und Investmentbanking grundlegend umstrukturieren. Der starke Personalabbau hänge damit aber nicht unmittelbar zusammen.
Dresdner-Vorstandsmitglied Stefan Jentzsch, der für den Umbau zu einer integrierten Corporate und Investmentbank zuständig ist, wolle 1000 der 8000 Firmenkunden künftig nicht mehr aus den regionalen Niederlassungen, sondern aus der Frankfurter Zentrale von den Kapitalmarktexperten betreuen lassen. Dabei handele es sich um jene Unternehmen, die Investmentbanking-Produkte wie komplexe Finanzierungen oder die Beratung bei Übernahmen und Fusionen nachfragen. Jentzsch verspreche sich von der integrierten Betreuung deutliche Ertragssteigerungen, heißt es.
Der große Rest des Firmenkundengeschäfts sowie der Geschäftskunden der Dresdner Bank sollen im Bereich von Vertriebsvorstand Andreas Georgi angesiedelt werden. Ähnlich wie die Commerzbank
schaffe die Dresdner Bank damit eine eigenständige Mittelstandseinheit. Im Gegensatz zur Commerzbank solle das Mittelstandsgeschäft der Dresdner Bank aber nicht in einen eigenen Vorstandsbereich ausgelagert werden.
Wie die "FAZ" heute berichtet, dürfte der Versicherungsriese Allianz nach Einschätzung eines Branchenkenners seine bisher weitgehend autonom arbeitende Sparte Frankfurter Versicherung komplett in den Konzern eingliedern. "Dadurch werden viele Funktionen in Frankfurt überflüssig", zitierte das Blatt den nicht näher genannten Experten. Allianz-Chef Michael Diekmann hat den großen Umbau schon lange angekündigt. In der Vergangenheit hatten Gerüchte die Runde gemacht, dass bis zu 10.000 Stellen in Deutschland gestrichen werden könnten.
kaz/AP/dpa-AFX
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