Würzburg – Wegen des misslungenen Tests und der Ungewissheit über die eigentlichen Ursachen der Nebenwirkungen sei kein Geld mehr für die Weiterführung der Firma aufzutreiben gewesen, teilte das Unternehmen mit. Tegenero war im Jahr 2000 gegründet worden und hat 15 Mitarbeiter.
Die Schadensersatzansprüche der Versuchspatienten werden nach Angaben von Tegenero weiterhin von der zuständigen Versicherung betreut. Bisher wurde den Betroffenen eine Summe von umgerechnet jeweils 14.400 Euro gezahlt.
Im März hatten die sechs gesunden Versuchspersonen in London gegen Bezahlung das Mittel TGN1412 eingenommen. Nach Einnahme des Medikaments, das gegen Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, rheumatische Athritis und bestimmte Krebsarten wirken sollte, versagten den Männern mehrere Organe. Außerdem löste es bei Probanden starke Schwellungen des Kopfes aus.
Die englischen und deutschen Zulassungsbehörden hätten inzwischen bestätigt, dass die Nebenwirkungen gänzlich unvorhersehbar gewesen seien, teilte die Firma mit. Laut einem offiziellen Untersuchungsbericht sind Tegenero keine Fehler unterlaufen. Die Nebenwirkungen seien auf eine "unvorhersehbare biologische Reaktion" im menschlichen Körper zurückzuführen, bewertete die Aufsichtsbehörde MHRA. Kritisiert wurde allerdings die US-Firma Parexel, die auf solche Tests spezialisiert ist und diese international organisiert: Das Unternehmen habe Verfahrensfehler begangen und Unterlagen der Patienten falsch bewertet.
reh/AP/AFP/dpa-afx
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