New York/London - An der Londoner Rohstoffbörse sprang der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent heute Vormittag in der Spitze auf 78,18 US-Dollar. Damit wurde die erst am Freitag aufgestellte Rekordmarke von 78,03 Dollar deutlich übertroffen.
Auch der US-Rohölpreis bleibt in Reichweite des Rekordstandes von 78,40 Dollar. Im elektronischen Handel kostete ein Barrel der US-Sorte WTI 77,50 US-Dollar und damit 47 Cent mehr als zum Handelsschluss am Freitag.
Der Ölpreis steuert nach Einschätzung von Experten weiter auf die Marke von 80 Dollar je Barrel zu. "Der Konflikt um Israel belastet die Ölmärkte zwar eigentlich nicht direkt, drückt aber eindeutig auf die Stimmung", sagte der Rohstoffstratege der Commonwealth Bank, Tobin Gorey. Am Markt herrsche die Sorge, dass die Instabilität im Nahen Osten auf die gesamte Region übergreifen könnte.
Der Anstieg des Ölpreises wird nach Einschätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) außerdem zur ernsten Gefahr für die deutsche Konjunktur. "Ihrer Prognose für die Bundesregierung haben die führenden deutschen Forschungsinstitute einen Ölpreis von 65 Dollar zu Grunde gelegt", sagte der RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Hinzu kämen zu erwartenden Belastungen für die Konjunktur durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer: "Es ist zu befürchten, dass der Absturz der deutschen Wirtschaft im nächsten Jahr umso stärker ausfällt."
In ihrem Frühjahrsgutachten hatten die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für dieses Jahr 1,8 Prozent Wachstum vorhergesagt.
mik/dpa-AFX
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