Berlin - Der Unions-Gesundheitsexperte Wolfgang Zöller (CSU) findet, dass uneinsichtige Patienten an den Behandlungskosten beteiligt werden müssen, wenn sie nicht selbst aktiv die Ursache ihres Leidens bekämpfen.
In der Heidelberger "Rhein-Neckar-Zeitung" nannte er als Beispiel einen 25-jährigen Mann mit 150 Kilogramm Gewicht, der sich ein neues Hüftgelenk machen lassen wolle. "Ich finde, dass der Mann entweder abnehmen muss oder sich mit zehn Prozent an den Kosten beteiligen soll", so Zöller.
Die Gewerkschaft Ver.di hat unterdessen mitgeteilt, dass sie in der kommenden Woche bei Protesten gegen die Gesundheitsreform mehr als 15.000 Beschäftigte von gesetzlichen Krankenkassen erwartet. Für Mittwoch und Donnerstag seien Kundgebungen in mehreren deutschen Großstädten organisiert, sagte Ver.di- Bundesvorstandsmitglied Isolde Kunkel-Weber in einem Interview. Die Gewerkschaft fürchtet um Zehntausende Stellen bei den Kassen.
"Mit dem geplanten Gesundheitsfonds bringt der Gesetzgeber ohne Not 30.000 Arbeitsplätze bei den Kassen in Gefahr", warnte Kunkel-Weber. "Die Große Koalition zerstört grundlos ein gut funktionierendes System, um parallel dazu eine neue Bürokratie aufzubauen."
itz/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH