Von Gardiner Morse
Der zweifelhafteste Geschäftsplan kann solide - ja sogar professionell - aussehen, wenn er als ordentlicher Kreis dargestellt wird. "Sehen Sie, wir investieren unseren Gewinn in Innovationen, um hervorragende Produkte zu entwickeln, die die Kunden kaufen - dadurch erwirtschaften wir wiederum Gewinn, den wir in Innovationen investieren!"
Wer könnte dagegen etwas einwenden? In der Tat scheinen die Vorteile sich selbst verstärkender Systeme so offensichtlich, dass Geschäftsleute ihre Strategien instinktiv als zyklische Aktivitäten beschreiben, die sich wie durch Zauberhand selbst antreiben. Auch die Zuhörer fordern ansprechende, leicht verdauliche Diagramme, die beinahe per Definition Nuancen unberücksichtigt lassen. Es ist also kein Wunder, dass die professionelle Kommunikation im Wirtschaftsleben zu Grunde geht - mit Kreis- und Pfeildiagrammen, die zwischen dumm und irreführend changieren.
Sie haben sicherlich schon viele solcher Grafiken gesehen und sich vermutlich nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht. Der Grund: Diese Abbildungen spielen wie optische Täuschungen mit unseren Erwartungen und bringen uns dazu, etwas zu sehen, was gar nicht da ist. Wenn ein Pfeil auf den nächsten zeigt, dann ist es ganz natürlich, dass die beiden Schritte aufeinander folgen.
Betrachten wir die folgenden Beispiele an:
Grafik 1 (siehe Bilderstrecke oben): Der Kreislauf von der Webseite einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wird verwendet, um zu veranschaulichen, wie das Unternehmen inhabergeführte Firmen berät. Wie das Diagramm zeigt, führt die "Reifephase" des Geschäftszyklus unerklärlicherweise in die "Entwicklungs- und Startphase". Die Kunden dieses Wirtschaftsprüfers sollten sich fragen, ob sie wirklich im Kreis gesteuert werden wollen. (Um fair zu sein: Die Mängel dieses und der nachfolgenden Beispiele sind übertrieben dargestellt, da die mündlichen Erläuterungen fehlen. Mit einem Laserzeiger in der Hand könnte ein Berater möglicherweise erklären, was die Diagramme zeigen sollen, selbst wenn sie es nicht tun.)
Grafik 2: Mit der nächsten Abbildung veranschaulicht ein Softwareunternehmen aus Boston die verschiedenen Stufen seines Softwaremanagements. Durch irgendeinen Kniff führt der Abschluss des Projekts wieder zurück zum Beginn. Dies mag aus Beratersicht ein wirklich gutes Modell sein - endet ein Kundenprojekt, fangen wir von vorn an -, aber wenn Sie das Ganze bezahlen, wäre es Ihnen vielleicht recht, wenn das Projekt tatsächlich enden würde, wenn es abgeschlossen ist.
Grafik 3: Die heitere Sonne, die Sie als Nächstes sehen können, stammt von der Internetseite einer Initiative für Solarenergie. Sie zeigt, wie Sie für Ihr Produkt einen unbegrenzten Markt schaffen können. In diesem Fall steigt die Nachfrage immer im selben Maße wie das Angebot - in einem scheinbar endlosen Kreislauf. Lägen diese Menschen richtig - wir wären alle im falschen Bereich tätig.
Grafik 4: Die nächste Grafik eines kanadischen Unternehmens, das Informationen für Firmenkunden aufbereitet, zeichnet sich durch besondere Fingerfertigkeit aus. Kreise, die in unterschiedliche Richtungen rollieren (in denen neben anderen Kuriositäten die "Veröffentlichung" zur "Suche" führt), sind durch Pfeile miteinander verbunden, deren Ursprung und Ziel bei näherer Betrachtung unklar oder gar nicht vorhanden sind. Vielleicht soll dieses Diagramm ja in Wirklichkeit mögliche Neukunden derart in Erstaunen versetzen, dass sie keine Fragen mehr stellen.
Grafik 5: Besondere Anerkennung gebührt hingegen dem Autor der nachfolgenden, auf entwaffnende Weise ehrlichen Grafik eines amerikanischen Unternehmens für Sicherheitssysteme. Sie ist ein erfrischendes Beispiel für einen Blick über den Tellerrand. Der Autor scheint eine göttliche Eingebung gehabt zu haben, als er die Grafik erstellte. Er verstand, dass die Entwicklung von Sicherheitsprozessen sich nicht immer in den Schwanz beißt. Die "Bewertung durch das Management" muss im Dienste der "kontinuierlichen Verbesserung" nicht immer sklavisch zum Schritt "Strategie und Unternehmenspolitik" führen.
Indem der Autor den Drang bekämpft, immer in Kreisen zu denken, statuiert er ein Exempel für jeden, der ohne kritisches Hinterfragen einen irreführenden Zyklus akzeptiert oder sogar selbst entworfen hat. Und das sind wohl die meisten von uns.
Wenn Sie das nächste Mal einen Kreis für eine Präsentation vorbereiten wollen, fragen Sie sich genau, ob der von Ihnen beschriebene Prozess wirklich so funktioniert, wie Sie sagen. Und das nächste Mal, wenn ein Referent einen Kreislauf vorführt, um etwas zu veranschaulichen, suchen Sie die falschen Verknüpfungen in seiner Grafik, und sprechen Sie ihn direkt darauf an. Denn wir alle können durchaus auch von einer linearen Denkweise profitieren.
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