Wirtschaft



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06.08.2006
 

Schlechte Ernte

Pommes werden knapp

Schlechte Nachrichten für Fastfood-Liebhaber: Wegen der wochenlangen Dürre gibt es in Deutschland nicht genug dicke Kartoffeln zur Herstellung von Pommes Frites. Landwirte mit festen Abnahmeverträgen von Fritten- oder Chipsherstellern müssen teuer zukaufen.

Berlin - Für die Herstellung von Pommes Frites eignen sich ausschließlich besonders dicke Kartoffeln - und die sind in diesem Sommer äußerst rar. Das teilte der Deutsche Bauernverband heute in Berlin mit. Landwirte mit festen Abnahmeverträgen von Fritten- oder Chipsherstellern könnten ihre vertraglichen Verpflichtungen teilweise nicht einhalten. Sie müssten daher teuer zukaufen. So genannte frittierbare Ware für die Herstellung von Pommes Frites werde mittlerweile im gesamten Bundesgebiet gesucht.

Kartoffelernte: Dicke Knollen sind diesen Sommer knapp
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DPA

Kartoffelernte: Dicke Knollen sind diesen Sommer knapp

Deutschland ist nach der Erntemenge das Kartoffelland Nummer eins in der Europäischen Union. 2005 wurden hier 11,6 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet.

Nicht nur Kartoffeln, auch andere Feldfrüchte sind von der Dürre betroffen. Die deutschen Landwirte müssen nach Angaben des Bauernverbandes in diesem Sommer Ernteausfälle in dreistelliger Millionenhöhe verkraften. Der Juli mit seinen Rekordtemperaturen verursachte allein in Brandenburg Einbußen in der voraussichtlichen Höhe von 150 Millionen Euro, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Bei Raps und Getreide liegen die Mindererträge demnach bei bundesweit durchschnittlich 10 bis 15 Prozent. Wo es seit Wochen nicht geregnet habe, gebe es auf leichten Böden auch Verluste von bis zu 80 Prozent, sagte Sonnleitner. Aus Brandenburg würden sogar Totalausfälle gemeldet.

Die finanziellen Verluste würden für die Bauern nur dadurch etwas gemindert, dass wegen der knapperen Ernte die Getreidepreise leicht anzögen. Sonnleitner sagte, der Bauernverband lehne Hilfen "nach dem Gießkannenprinzip" als Ausgleich für die Dürreschäden ab. Anstelle dessen sollten Prämien für diejenigen Landwirte vorgezogen werden, die durch die Ernteausfälle in ihrer Existenz gefährdet seien. Diese Prämien stünden ihnen sowieso am Jahresende zu und sollten jetzt im September ausgezahlt werden.

ler/AFP/AP

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