Von Peer Schader
Mainz - Die Fußball-Fans in Aachen sind sauer. Und das, obwohl in der vergangenen Bundesliga-Saison für sie doch alles glatt gelaufen ist. Alemannia Aachen hat den Sprung in die erste Liga geschafft, am kommenden Samstag spielt der Verein gegen Leverkusen.
Wer am Fernseher live mitverfolgen will, wie sich Alemannia in den kommenden Wochen schlägt, könnte allerdings Pech haben – zumindest, wenn er sein TV-Bild über Kabel bekommt. Denn der zuständige Netzbetreiber Primacom hat bisher noch nicht zugestimmt, den neuen Pay-TV-Anbieter Arena mit seinem Programm an die Aachener Kabelkunden durchzuleiten. Das bedeutet: Wer keine Satellitenschüssel auf dem Dach hat, kann nach derzeitigem Stand kein Arena abonnieren.
Dabei sollte die Bundesliga-Versorgung der Kabelhaushalte eigentlich längst geregelt sein. In Nordrhein-Westfalen und Hessen bieten die Netzbetreiber Ish und Iesy die Live-Spiele per Kabel an. Arena ist eine Tochter des Iesy-Ish-Zusammenschlusses Unity Media. Wer in Baden-Württemberg wohnt, wendet sich an den dortigen Netzbetreiber Kabel BW. Im Rest des Landes, der von Kabel Deutschland (KDG) versorgt wird, ist Arena-Mitbewerber Premiere eingesprungen, um Arena zu vermarkten.
Das alles ist schon kompliziert genug. Aber es wird noch komplizierter. Denn neben den großen Kabelgesellschaften KDG, Kabel BW, Iesy und Ish gibt es weitere, unabhängige Betreiber.
Einer davon ist Primacom mit Sitz in Mainz, der deutschlandweit rund eine Million Kabelkunden versorgt – unter anderem in Aachen, Mainz, Wiesbaden und Leipzig. Wer derzeit bei der Primacom-Kundenhotline anruft, um Arena zu bestellen, wird von den Beratern enttäuscht: Das sei leider vielerorts noch nicht möglich. Einen Grund dafür bekommen die Kunden nicht genannt. Auch in der Primacom-Pressestelle in Leipzig schweigt man dazu – und übermittelt lediglich: "Sie haben sicherlich Verständnis dafür, dass wir zu den Einzelheiten im Augenblick kein Statement abgeben können."
"Die Gemütslage verschlechtert sich zusehends"
Genau das aber fehlt derzeit vielen Kunden: Verständnis. Im Fanforum von Alemannia Aachen wird diskutiert, wie ärgerlich der Durchleitungszoff für die Zuschauer ist. Ende Juli hat Vereins-Geschäftsführer Bernd Maas einen offenen Brief an die beteiligten Unternehmen geschrieben, in dem steht: "Die Gemütslage der betroffenen Aachener Kabelkunden verschlechtert sich (…) zusehends." Auch als Vermittler hat sich Alemannia bereits angeboten. Noch gibt es keine Antworten auf den Brief.
In der Primacom-Zentrale in Mainz heißt es nun auf Nachfrage, es sei noch zu keiner Einigung mit Arena gekommen, weil Arena pauschal "Garantiezahlungen" verlange. Die Netzbetreiber müssten quasi das Geld für mögliche Abonnenten "vorstrecken" – ohne zu wissen, wie viele Kunden nachher tatsächlich Arena abonnieren. Das hält man bei Primacom für nicht akzeptabel. Arena verweist auf den Kooperationspartner Eutelsat, der die Aufgabe hat, sich im Namen von Arena mit kleineren Netzbetreibern über eine Kabeleinspeisung zu einigen. Bei Eutelsat wiederum hört man, es würden bloß vorgegebene Rahmenbedingungen weitergegeben. Es ist schwer zu beurteilen, wer da nun Recht hat.
In der Branche gibt es außerdem das Gerücht, Primacom hoffe darauf, Teile der Kabelnetze im Osten, die zum Unity-Partner Tele Columbus gehören, übernehmen zu können. Dann werde auch die Arena-Durchleitung akzeptiert, wird spekuliert. Bei Primacom weist man das zurück. Man tue alles, damit auch die Primacom-Kunden Arena empfangen könnten. Zitiert werden möchte allerdings niemand.
Wenn es bis Freitag kein Übereinkommen gibt, sind wohl auch Kabelhaushalte in Mainz, Wiesbaden sowie im Raum Leipzig betroffen – überall dort, wo Primacom nicht bloß auf letzter Netzebene das Signal von Kabel Deutschland weiterleitet, sondern selbst als Betreiber auftritt. Weshalb nicht wie im KDG-Gebiet einfach Premiere als Vermarkter einspringt, weiß man bei Arena nicht so recht zu beantworten. Einen solchen Vertrag gebe es bisher einfach nicht. Noch hoffe man auf eine direkte Einigung.
Für alle, die einfach nur Fußball sehen wollen, ist das Durcheinander völlig unüberschaubar. Zumindest am Samstag müssen Fans von Alemannia Aachen und den Erstliga-Kollegen Mainz 05, die am selben Tag gegen den VfL Bochum spielen, nicht komplett auf Livebilder verzichten. Um Werbung für sein Programm zu machen, überträgt Arena die Live-Konferenz am Samstag ab 15 Uhr parallel auf Sat.1. Und das ist derzeit mit Sicherheit ohne Zusatzvertrag zu empfangen, egal ob über Kabel oder Satellit.
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Fortsetzung: Mir ist nichts bekannt dass premiere da auf einer zweiten Instanz weitergeklagt hätte auch erhielt ich keine Vorladung oder Urteil das ja wenigstens noch als "vereinfachte Zustellung" versandt werden [...] mehr...
Kann ich Ihen nur rechtgeben: 2003 war mein Sat receiver nach 2 jahren kaputt und ich kam auf die Idee die Zeit, bis ich mir einen neuen leisten könnte ( damals waren die guten digitalen mit AC3, Satellitenmotorsteuerung etc [...] mehr...
Ich wäre nie bereit, zusätzlich zu den GEZ-Zwangsgebühren weitere Fernsehgebühren zu zahlen. 50 Euro im Monat nur für die Glotze auszugeben, finde ich absurd. Wenn mich ein Spiel wirklich interessiert, dann gehe ich halt in die [...] mehr...
Tja, zu Premiere habe ich auch eine Story zu berichten. Ein Bekannter von mir hat das Sportpaket abbonniert, inclusive Bundesliga natürlich. Als damals bekannt geworden ist, dass Arena das Rennen gemacht hat, hat er natürlich den [...] mehr...
Ich bin ebenfalls seit 1991 Premiere Kunde und habe mich - telefonisch - immer gut beraten gefühlt. Auch habe ich immer gute Konditionen auf Nachfrage erhalten. Die Eigeninitiative, um an bessere Preise zu kommen, ist doch nicht [...] mehr...
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