Wirtschaft



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27.08.2006
 

Bio-Einkaufsführer

Ministerium stoppt Anzeige von Umwelt-Initiative

Eine Anzeige von "Save our Seeds" darf nicht in einem Bio-Einkaufsführer erscheinen. In ihr wird vor Gentechnik in Saatgut gewarnt. Das Landwirtschaftsministerium lehnte den Abdruck ab, obwohl die Anzeige durchaus der Linie des Hauses entspricht.

Als "politisch tendenziös" hat das Bundesministerium die Anzeige der Umwelt-Initiative "Save our Seeds" eingestuft und sie deshalb aus dem Bio-Einkaufsführer für Berlin-Brandenburg (Auflage: 700.000 Exemplare) streichen lassen. Die Broschüre wird vom Ministerium mitfinanziert.

Gestrichene Anzeige: "Politisch tendenziös"
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Gestrichene Anzeige: "Politisch tendenziös"

Save our Seeds hatte im Anzeigetext gewarnt, die Saatgut-Industrie wolle, dass "ein bisschen Gentechnik bald in sämtlichem Saatgut enthalten" sei. Die Verbraucher werden aufgefordert, dies zu verhindern.

In der Tat fordert der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter – zu dem auch die Gen-Saat-Züchter Bayer, BASF und Monsanto gehören – dass Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auch in nicht manipulierten Saatgut EU-weit toleriert werden sollen. Noch dürfen in konventionellem oder biologischem Saatgut keine GVO enthalten sein.

Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hat sich bisher – genau wie Save our Seeds – für Saatgut-Reinheit an der Nachweisgrenze ausgesprochen; ein entsprechendes Gesetz steht allerdings noch aus. Noch dürfen in konventionellem oder biologischem Saatgut keine derartigen Spuren enthalten sein.

Der Herausgeber des Bio-Einkaufführers Michael Wimmer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg bedauert die Zensur. "Unsere Bio-Bauern sind gesetzlich zu Gentechnikfreiheit verpflichtet. Wenn die Saatgut-Industrie ihre Forderung durchsetzt, dann ist das für unsere Branche lebensbedrohlich."

Annette Bruhns

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