Wirtschaft



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04.09.2006
 

Energie

Ölpreis rutscht unter 68-Dollar-Marke

An der Rohstoffbörse in London ist der Preis für Rohöl der Sorte Brent erstmals seit dem 21. Juni wieder unter die Marke von 68 US-Dollar gefallen. Während die Benzinpreise sinken, warnt US-Präsident Bush erneut vor der Abhängigkeit von Ölimporten.

London/New York - Ölhändler machten das Ausbleiben von Sanktionen im Atomstreit mit dem Iran und die Aussicht auf eine vergleichsweise glimpfliche Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko für den Preisrutsch verantwortlich. Im späten Nachmittagshandel stand der Brent-Preis bei 67,92 Dollar. Das waren 1,23 Dollar weniger als am Freitag. Zeitweise notierte der Preis auf einem Tagestief von 67,59 Dollar.

Auch an der New Yorker Rohstoffbörse ist der Preis für Rohöl der US-Sorte WTI im Computerhandel deutlich unter Druck geraten. Hier rutschte die Notierung im Vergleich zum Freitag um 89 Cent auf 68,30 Dollar.

An den Rohstoffmärkten habe die Sorge vor einer Eskalation im Atomstreit mit dem Iran spürbar nachgelassen, sagte Analyst Kevin Norrish von Barclays Capital. Mögliche Sanktionen der führenden Industrienationen gegen den weltweit viertgrößten Ölförderstaat seien in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Außerdem habe sich die Bedrohung durch verheerende Zerstörungen in Folge eines tropischen Wirbelsturms in den Ölfördergebieten im Golf von Mexiko und an der Südküste der USA abgeschwächt, sagte Norrish.

Allerdings sei die Gefahr eines neuen Höhenflugs an den Ölmärkten keineswegs gebannt, warnte Analyst Norrish. Die laufende Hurrikan-Saison dauere noch etwa acht Wochen. Zudem könne der Atomstreit mit dem Iran jederzeit eskalieren und die Ölpreise wieder in die Höhe treiben.

US-Präsident unterstützt Atomenergie

Derweil hat sich US-Präsident George W. Bush erneut für eine größere Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Ölimporten ausgesprochen. "Die Abhängigkeit von fremdem Öl gefährdet unsere Wachstumsmöglichkeiten", sagte Bush im Maryland's Paul Hall Center for Training and Education in Piney Point. "Das Problem ist, dass wir Öl aus Regionen der Welt beziehen, die uns einfach nicht mögen", sagte der Präsident weiter.

Bush zeigte sich in seiner Rede anlässlich des "Labor Day" interessiert an neuen Technologien wie beispielsweise Elektroautos und dem Ethanol-Treibstoff. Außerdem sprach sich Bush erneut für eine weitere Entwicklung der Atomenergie aus. "Atomstrom ist sicher, Atomstrom ist sauber und Atomstrom ist erneuerbar", sagte der Präsident.

Mit Blick auf den Welthandel forderte der US-Präsident eine weitere Öffnung der Märkte für US-Produkte. "Ich glaube, wir können mit jedem konkurrieren, zu jeder Zeit, solange die Regeln fair sind", sagte Bush weiter.

Mit den sinkenden Ölpreisen ist auch Benzin so billig wie seit einem halben Jahr nicht mehr: Nach Aral-Angaben wurden für einen Liter Superbenzin im Bundesschnitt 1,29 Euro fällig. Das ist der niedrigste Preis seit dem 28. März, wie ein Firmensprecher mitteilte. Diesel kostete mit 1,13 Euro ebenfalls deutlich weniger als vor wenigen Wochen. Unterdessen fiel der Ölpreis am Montag weiter auf unter 69 Dollar pro Barrel. Mit 68,40 Dollar lag der Preis so tief wie seit dem 20. Juni nicht mehr.

Aral-Sprecher Detlef Brandenburg führte den gefallenen Benzinpreis auf den scharfen Wettbewerb der Tankstellen und den gesunkenen Ölpreis zurück. "Wir geben die Preissenkungen weiter", sagte er.

tim/AP/dpa/dpa-AFX

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