Wirtschaft



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13.09.2006
 

Lebensmittel

Behörden finden Genreis in Baden-Württemberg

Vor wenigen Tagen erst war Aldi wegen gentechnisch veränderter Lebensmittel in die Kritik geraten. Nun haben Kontrolleure in Baden-Württemberg erstmals genmanipulierten Reis gefunden. Um welche Handelskette es sich handelt, wollten die Behörden nicht verraten.

Stuttgart - Das Landwirtschaftsministerium in Stuttgart teilte mit, in insgesamt sieben Proben von Reis-Erzeugnissen sei genmanipulierter Reis der Sorte "LL 601" festgestellt worden. Die gefundenen Verunreinigungen seien sehr gering, jedoch dürfen diese Sorte in Europa überhaupt nicht in Verkehr gebracht werden. Die Produkte seien deshalb umgehend aus dem Handel genommen worden. Um welche Reismarken es sich handelt und welche Handelsunternehmen den belasteten Reis anboten, teilte die Behörde nicht mit.

Reiskörner: "Keine Gefahr in Verzug"
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DPA

Reiskörner: "Keine Gefahr in Verzug"

"Wir haben die betroffenen Betriebe aufgefordert, an die Öffentlichkeit zu gehen", sagte eine Sprecherin gegenüber SPIEGEL ONLINE. Es sei zwar "keine Gefahr im Verzug", doch es sei "eine Verbrauchertäuschung". Morgen werde das Ministerium entscheiden, ob die Namen der Handelsketten veröffentlicht werden, wenn die Firmen nicht selbst ihre Kunden informieren.

Bei vier der sieben belasteten Proben habe es sich um Reis einer bestimmten Sorte aus den USA gehandelt, bei drei weiteren Proben sei die Herkunft noch unbekannt, erklärte das Ministerium. Bei 39 weiteren untersuchten Reisprodukten seien keine Veränderungen nachgewiesen worden. Der Anteil der veränderten Reiskörner liege bei weniger als 0,05 Prozent, das seien rund fünf von 10.000 Körnern. Der Reis wurde vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg (CVUA) untersucht.

Weil der Reis nicht zugelassen sei, gebe es auch keine Risikoabschätzung dazu. "Nach derzeitigem Kenntnisstand ist jedoch von keiner gesundheitlichen Gefährdung auszugehen, da auch die nachgewiesenen Anteile an gentechnisch verändertem Reis sehr gering sind", hieß es weiter. Die gesundheitliche Bewertung werde derzeit von der europäischen Lebensmittelaufsicht (EFSA) überprüft.

Zum Wochenbeginn hatte bereits der Lebensmitteldiscounter Aldi Nord eine Reissorte aus seinen Regalen genommen, die im Verdacht steht, teilweise gentechnisch verändert zu sein. Allerdings hatte Aldi Nord erklärt, dies sei rein vorsorglich geschehen, Tests hätten bislang keine Verunreinigungen gezeigt.

Ein EU-Diplomat hatte gestern erklärt, veränderter Reis sei bislang zwar in Frankreich und Schweden aufgetaucht, nicht aber in Deutschland. In der Schweiz nahm auch die Handelskette Migros US-Langkornreis vorsorglich aus dem Sortiment. Zuvor hatte dies bereits die schweizerische Coop-Kette einen sofortigen Verkaufsstopp für US-Langkornreis verfügt.

tim/Reuters

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