Brüssel - Die Wirtschaftsminister der EU-Länder haben sich im Grundsatz auf eine Neufassung der Verpackungsverordnung geeinigt. Danach soll es in der EU künftig keine Vorschriften mehr dafür geben, in welchen Einheiten beispielsweise Mehl, Kakao, Reis, Wasser oder Nähgarn verkauft werden darf.
Damit werden nach den Worten von Wirtschaftsstaatssekretär Joachim Wuermeling in Deutschland sämtliche entsprechenden Vorgaben ersatzlos gestrichen. In einigen Staaten werde es für bestimmte Produkte Übergangsfristen geben. Die EU habe damit erstmals gezeigt, dass sie in der Lage sei, auf überflüssige Vorschriften zu verzichten.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen warnte allerdings vor Preissteigerungen. Die Packungen würden zwar kleiner, aber der Preis bliebe möglicherweise der gleiche, wurde befürchtet. Zum Beispiel wären 95-Gramm-Tafeln Schokolade statt der üblichen 100-Gramm-Tafeln zulässig.
Das Europäische Parlament stimmte dem Vorschlag der Kommission, die bisher festen Verpackungsgrößen für Nahrungsmittel und Kosmetika abzuschaffen, in erster Lesung prinzipiell zu. Für eine Reihe von Produkten wie Milch, Butter, Röstkaffee, Reis oder Trockenteigwaren wollen die Abgeordneten aber weiter verbindliche Vorgaben. Diese Waren bilden ihrer Auffassung nach die Grundlage der täglichen Ernährung und sollten daher nur in einer überschaubaren und festgelegten Anzahl von Verpackungsgrößen verkauft werden können.
ase/ddp
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