Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
16.10.2006
 

Managergehälter

175 Prozent Plus für den Vorstand

Die Spitzen-Manager der Dax-Konzerne sparen gern - nur nicht bei sich selbst: Im Schnitt stiegen ihre Gehälter binnen eines Jahres um elf Prozent. Die Vorstände der Commerzbank können sich besonders freuen.

Frankfurt am Main - Im Schnitt hätten die Chefs der 30 Dax-Konzerne im Jahr 2005 drei Millionen Euro verdient, heißt es in einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) – die Bezüge der Vorstandschefs seien damit verglichen mit dem Jahr 2004 um elf Prozent gestiegen. Auch das durchschnittliche Salär der übrigen Vorstände stieg laut DSW um elf Prozent auf nunmehr durchschnittlich 1,7 Millionen Euro.

Teilweise konnten sich die Manager über atemberaubende Gehaltssprünge freuen. Ganz vorn dabei war die Commerzbank Chart zeigen, deren Vorstände im vergangenen Jahr 175 Prozent mehr verdienten als 2004. Auf den ersten Blick könnte die Gehaltssteigerung der Commerzbank-Führungsriege mit der wirtschaftlichen Entwicklung begründet werden - das Ergebnis je Aktie war im gleichen Zeitraum laut Studie um gut 216 Prozent gestiegen. Allerdings war das zur Ausgangsbasis herangezogene Vergleichsjahr 2004 einfach "grottenschlecht", was die rasante Ergebnisverbesserung doch sehr erleichtert hat, gab DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker zu bedenken.

Mit einem Plus von 58 Prozent liegt SAP Chart zeigen an zweiter Stelle der Zuwachsliste. Diesem satten Gehaltsplus stand ein "eher bescheidener" Anstieg des Ergebnisses je Aktie von 14,45 Prozent gegenüber, wie die DSW-Vergütungsexpertin Christiane Hölz vorrechnete.

Am meisten von allen Dax-Unternehmen verdienten laut Studie die Manager bei der Deutschen Bank Chart zeigen– dort strich schon ein einfaches Vorstandsmitglied im Schnitt 3,83 Millionen Euro ein, ein Plus von 26 Prozent. Auf Rang zwei folgt wiederum Software-Hersteller SAP (3,18 Millionen), noch vor DaimlerChrysler Chart zeigen (knapp drei Millionen Euro).

Es gab aber auch Verlierer unter den Topmanagern: So zahlte der Handelsriese Metro Chart zeigen seiner Führungscrew 2005 fast 23 Prozent weniger als 2004. Das Ergebnis je Aktie sank im gleichen Zeitraum sogar um 35,6 Prozent. Gleich dahinter folgen die Infineon-Vorstände mit einem Minus von 22,3 Prozent, allerdings wies der Konzern als einziges Dax Chart zeigen-Unternehmen für das Geschäftsjahr 2005 einen Verlust aus.

DSW: Die Kriterien müssen offengelegt werden

Die deutschen Topmanager liegen laut DSW mittlerweile im europaweiten Vergleich im oberen Viertel. Bis auf den Reisekonzern Tui Chart zeigen haben dabei alle Unternehmen, die ihren Vorständen die Gehälter erhöhten, auch ihre Ergebnisse verbessert.

Hocker mahnte die Vorstände, beim Thema Gehaltserhöhungen nicht die Bodenhaftung zu verlieren. In den vergangenen Wochen hatte es insbesondere heftige Debatten um die Bezüge der Siemens Chart zeigen-Vorstände gegeben. Während tausende Mitarbeiter der insolventen BenQ Mobile, der ehemaligen Handysparte von Siemens, um ihren Job bangen, sollten ursprünglich im Vorstand des Münchner Elektronikkonzerns die Gehälter um 30 Prozent steigen. Das Vorhaben wurde dann aber schließlich zurückgestellt, und das Geld in einen Fonds für die Beschäftigten der einstigen Mobilfunksparte eingezahlt.

Hocker kritisierte, dass viele Konzerne aus den Gehältern und Bewertungsmaßstäben noch immer ein Geheimnis machten, obwohl dies längst internationaler Standard sei. Spätestens im Geschäftsbericht 2006 sind die Aktiengesellschaften gesetzlich gezwungen, die Gehälter ihrer Vorstände individuell offen zu legen. Dennoch weigerten sich mit DaimlerChrysler, BMW Chart zeigen, BASF Chart zeigen, Henkel Chart zeigen, Münchner Rück, Linde Chart zeigen und Fresenius Medical Care Chart zeigenallein im Dax sieben Konzerne, ihre Aktionäre schon vorher über die Gehälter ihrer Vorstandsvorsitzenden zu informieren.

Hocker beanstandete zudem die gesetzliche Hintertür, womit die Transparenz aufgehoben werden kann, wenn 75 Prozent des anwesenden Kapitals auf der Hauptversammlung dies beschließt. Konzernchef Erich Sixt Chart zeigen vom gleichnamigen Autovermieter hatte dies ebenso durchgesetzt wie Porsche Chart zeigen. Bei beiden Unternehmen halten die Gründerfamilien die Mehrheit der Aktien.

itz/AP/AFP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1466 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
28.03.2007 von Rainer Daeschler:

Malusregelungen bei Vorstandsbezügen sind gefährlich. Die fangen sonst an wie wild in der Gegend herumzufusionieren. Das hat zwei Vorteile: 1.) Die Gehälter werden der neuen Unternehmengröße angepasst 2.) Der Vorstand ist [...] mehr...

28.03.2007 von wagnerxy:

Und da lässt man doch lieber ein paar tausend Arbeitsplätze wegfallen. Klar hat sich Ackermann was dazu "verdient" - auf Kosten der entlassenen Mitarbeiter. Ackermann "verdient" AUßERordentlich im [...] mehr...

28.03.2007 von Fred Heine:

Was glauben Sie denn, wie das heute schon funktioniert? mehr...

28.03.2007 von hanwufu: Bonus/Malus Anreizsystem - Guter Vorschlag

Malusregelungen wären ein gutes Anreizmittel. Bonus/Malus Regelungen sind in der Lieferantenbewertung ein gängiges Mittel, was auch i.d.R. von Lieferanten als fair und motivierend angenommen wird. Mathematisch funktioniert [...] mehr...

28.03.2007 von Fred Heine:

Substanzwert ist letztendlich das, was die Bank als Sicherheit akzeptiert. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: 95% der Unternehmen in Deutschland haben keinen Substanzwert. Vergessen wir die Diskussion über Substanzwert, [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP