Hannover/Frankfurt - "Wir werden das Thema Rückbau auch in Westeuropa angehen", sagte Personalvorstand Horst Neumann der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Er nannte keine Zahlen, der Zeitung zufolge dürfte aber ungefähr ein Fünftel der rund 35.000 Stellen in Westeuropa betroffen sein. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, von den Plänen seien vor allem die Werke in Belgien, Spanien und Portugal betroffen. Dort solle Kapazität und Produktion deutlich gekürzt und damit massiv Personal abgebaut werden. Mit den Einschnitten solle das deutsche Stammwerk in Wolfsburg gestärkt werden.
In seinen deutschen Werken will Volkswagen nach bisheriger Planung 20.000 Stellen abbauen. Bislang haben laut der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" knapp 6000 Beschäftigte das Abfindungsangebot angenommen. Der neue VW-Tarifvertrag sieht vor, dass die Wochenarbeitszeit für die Beschäftigten in der Produktion von 28,8 auf 33 Stunden ohne Lohnausgleich ansteigt. Im Gegenzug machte die Geschäftsleitung Zusagen zur Beschäftigungssicherung. Mit dem Tarifvertrag seien die deutschen Werke "erheblich wettbewerbsfähiger" und "endlich in einer vergleichbaren Position zu anderen deutschen Herstellern", sagte Personalvorstand Neumann. Einen weiteren Stellenabbau "in zwei oder drei Jahren" bei VW in Deutschland schloss er aber nicht aus.
Der VW-Aufsichtsrat werde am 17. November über die Investitions- und Produktionsplanung der nächsten Jahre beraten und könne dabei auch die Kürzungen für die Auslandsstandorte beschließen, berichtete die "FAZ". Nach internen Planungen solle die derzeit in Brüssel angesiedelte Golf-Produktion zu einem großen Teil ins Stammwerk Wolfsburg verlagert werden. Im Gespräch sei derzeit, dabei etwa 80.000 der 130.000 in Brüssel gefertigten Einheiten abzuziehen. Dadurch würde die Golf-Produktion im Stammwerk auf rund 460.000 Stück steigen, was einer Vollauslastung entspreche. Offen sei, ob Brüssel für den Teilverlust des Golfs eine Ausgleich bekomme.
ase/AFP
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