Berlin - "Ich bin besonders dankbar dafür, dass es nicht schlimmer gekommen ist, weil die Ursache bei E.on lag", sagte E.on Energie Vorstand Klaus-Dieter Maubach heute im ZDF. Zur Ursache des Stromausfalls fügte Maubach hinzu: "Wir haben in Norddeutschland eine Hochspannungsleitung abgeschaltet. Diese Hochspannungsleitung überspannt das Emsland, im Emsland die Ems." Die Meyer-Werft in Papenburg habe ein neues Kreuzfahrtschiff in die Nordsee auslaufen lassen wollen, deshalb sei die Leitung stillgelegt worden.
Kreuzfahrtschiff "Norwegian Pearl": Stromleitung stillgelegt, um Auslaufen in die Nordsee zu ermöglichen
Maubach sagte weiter, er sei sich bewusst, dass zehn Millionen in Europa ohne Strom waren. "Gleichwohl hätte es wesentlich schlimmere Auswirkungen geben können, wenn Europa insgesamt dunkel gewesen wäre und wenn der Zeitraum nicht nur eine Stunde oder anderthalb Stunden gewesen wäre, sondern einen viel längeren Zeitraum überspannt hätte." Die europäische Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert.
Kritik von Politikern an angeblich unzureichenden Netzinvestitionen wies Maubach zurück. "Die Netze sind in einem guten Zustand." Die Netze seien, beispielsweise durch die Einspeisung von Windkraftstrom und durch die Liberalisierung des Strommarktes, neuen Herausforderungen ausgesetzt. In den nächsten Jahren würden 2,8 Milliarden Euro investiert.
Durch den Stromausfall saßen unter anderem Menschen in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bis zu einer Stunde im Dunkeln. Auch in Teilen Frankreichs, Belgiens, der Niederlande, Österreichs, Italiens, Spaniens, Portugals und selbst in Marokko fiel der Strom bis zu eindreiviertel Stunde aus. Berichte über Schäden gab es zunächst nicht.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) forderte von E.on "eine rückhaltlose Aufklärung des Vorfalls und seiner Ursachen". Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verlangte von den deutschen Konzernen einen forcierten Ausbau der Netze.
kaz/Reuters/ddp
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