Frankfurt am Main - An diesem Tag bereite das Aufsichtsratspräsidium von Volkswagen die Sitzung des VW-Kontrollgremiums am Freitag vor, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Quellen für die Information nannte das Blatt nicht. VW kommentierte die Personalveränderung nach Angaben der Zeitung nicht.
Mit dem geplanten Rücktritt reagiere der 46 Jahre alte Bernhard, der erst im Februar 2005 als Sanierer in den VW-Vorstand geholt wurde, auf die jüngste Weichenstellung im Konzern, schreibt das Blatt. Martin Winterkorn, der designierte Vorstandsvorsitzende und Nachfolger von Bernd Pischetsrieder, will Volkswagen künftig zentraler führen und den Vorstand umbauen. "Der Umbau würde zu einer Schwächung der Position von Bernhard führen".
Bernhard war Anfang 2005 bei Volkswagen eingestiegen. Beim Stuttgarter DaimlerChrysler-Konzern hatte er als Kronprinz des damaligen Vorstandschefs Jürgen Schrempp gegolten. Nach der erfolgreichen Sanierung von Chrysler in den USA sollte er eigentlich 2004 die Mercedes-Gruppe übernehmen, wurde aber kurz vor der Amtsübernahme von Schrempp entmachtet.
Zuvor hatte sich Bernhard gegen weitere finanzielle Mittel für den japanischen Partner Mitsubishi Motors ausgesprochen und war damit seinem einstigem Förderer in den Rücken gefallen. Außerdem hatten sich zahlreiche Mercedes-Betriebsräte gegen die Berufung des Wirtschaftsingenieurs ausgesprochen, weil sie massive Einschnitte und sogar Kündigungen befürchteten.
Auch bei Volkswagen wurde Bernhard nicht eben mit offenen Armen empfangen. Die befürchteten harten Einschnitte konnte er allerdings bislang nicht durchsetzen - eine Zögerlichkeit, die zuletzt dem scheidenden Konzernchef Pischetsrieder angelastet wurde.
In den Tagen seit Pischetsrieder angekündigtem Ausscheiden vom Posten des VW-Vorstands in der vergangenen Woche war von Vertrauten aus dem Umfeld Bernhards zu erfahren, dass der Manager womöglich keinen Drang verspüre, unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden zu arbeiten. "Es gibt ein großes Bestreben, Bernhard zu halten. Aber es ist nicht sicher, dass er bleibt", hatte eine informierte Person erklärt.
mik/ddp/dpa/Dow Jones
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