Berlin - Die Anleger müssten mit "strafrechtlich relevanten Mehrsteuern" in Höhe von insgesamt 275 Millionen Euro rechnen, schreibt die Steuerfahndung München in ihrem Abschlussbericht über die beiden Medienfonds. Der Anfangsverdacht gegen den Geldmanager Andreas Schmid, der seit über einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt, habe sich "vollumfänglich bestätigt".
Schmid und sein Mit-Geschäftsführer hätten nur etwa 20 Prozent der für die Filmproduktion vorgesehenen Mittel tatsächlich investiert. Der Fiskus sei betrogen worden, weil der Rest der bei den Anlegern eingesammelten Gelder wie Festgeld angelegt worden sei. "Das ist das bisher größte Steuerstrafverfahren in Deutschland", meint der Bremer Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen. Er vertritt mittlerweile 250 Anleger, die unter anderem die finanzierenden Banken verklagen.
Wenn die einschließlich der Anhänge auf vielen hundert Seiten dokumentierten Ermittlungen der Steuerfahnder zutreffen, waren die Prognoseberechnungen bei den VIP-Fonds reine Fiktion. Zwar wurden mit einem Teil der VIP-Gelder erfolgreiche Filme wie "Das Parfum" oder "Die Nibelungen" gedreht. Doch die beschuldigten Geschäftsführer der Filmfonds hätten aus den Erfahrungen bei den ersten beiden VIP-Fonds wissen müssen, "dass die behaupteten Erlösprognosen nicht erzielt werden". Bei den Recherchen erhielten die Steuerfahnder Amtshilfe von US-Ermittlern in Hollywood. Schmid weist alle Vorwürfe zurück.
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